Kommunen und Landratsamt tauschen sich zu Fragen der Flüchtlingsbetreuung aus

20.12.2017

Fachleute treffen sich kurz vor Weihnachten im Landratsamt

Fachleute aus den Landkreiskommunen und dem Landratsamt tauschen sich über neue Herausforderungen der Flüchtlingsbetreuung aus.

Die Inhalte und auch die Brisanz der Fragestellungen haben sich verändert, seitdem kaum mehr neue Flüchtlinge den Landkreis erreichen. Landkreisverwaltung und Kommunen halten aber an einem regelmäßigen Austausch, der sich in Zeiten hohen Flüchtlingszustroms als Plattform zum Erfahrungsaustausch und gegenseitiger Information bewährt hat, weiter fest.
Circa alle sechs Monate treffen sich Mitarbeiter der Landkreis- und Rathausverwaltungen aus allen Bereichen, die mit Asyl- und Flüchtlingsfragen zu tun haben. Auch einige Bürgermeister aus den Landkreiskommunen sind kurz vor Weihnachten der Einladung ins Landratsamt gefolgt. Neben eines breiten Informationsangebotes standen vor allem der persönliche Austausch und die Frage, wie man künftig noch enger und besser zusammenarbeiten kann, auf der Tagesordnung.
Drückten vor einem Jahr die Kommunen noch Fragestellungen wie „Wo sollen wir die vielen Menschen unterbringen?“, „Wie werden sie medizinisch versorgt?“ und „Wie gestaltet man ein gelingendes Ankommen?“, so stehen heute eher Fragen nach Ausbildungsplätzen, Bezug von Sozialleistungen und natürlich nach einer langfristige Unterbringung auf dem mehr als angespannten Wohnungsmarkt im Mittelpunkt. Aus dem Landratsamt standen den Vertretern der Kommunen zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Bereichen Rede und Antwort.

Integrationsfahrplan und Integrationskoordination

Lisa Graf, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Integration im Geschäftsbereich Asyl beschäftigt, stellte den Teilnehmern den erst am vergangenen Montag vom Kreistag verabschiedeten Integrationsfahrplan für Flüchtlinge (wir berichteten) vor. Rebecca Huber berichtete von der Tätigkeit der Integrationskoordinatoren, die zum 1. Oktober die Arbeit aufgenommen haben und sich nun ganz individuell um die Geflüchteten kümmern, mit dem Ziel, jeden über kurz oder lang in ein Arbeits- oder Beschäftigungsverhältnis oder in eine geeignete Bildungsmaßnahme zu vermitteln. In Erstgesprächen wird zunächst der Bildungsstand ermittelt und Ziele definiert, um dann einen ganz konkreten und individuellen Maßnahmenplan aufzustellen.
Erfreuliches wusste ebenfalls Marina Wenig aus dem Jobcenter zu berichten. Denn auch wenn der Weg oft lang und steinig sei, haben die anerkannten Geflüchteten überwiegend das gleiche Ziel vor Augen wie die Fallmanager aus dem Jobcenter: möglichst schnell selbst für den eigenen Lebensunterhalt sorgen zu können.
Zahlreiche Integrationen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen sowie betriebliche Ausbildungen konnten bereits verzeichnet werden. Darüber hinaus werden auch geringfügige Beschäftigungen, oftmals bereits begleitend zu den sprachgebundenen Angeboten, ausgeübt. Durch die höher werdende Zahl von anerkannten Flüchtlingen im Verhältnis zu Asylbewerbern in laufenden Verfahren, wurde auch die Anzahl der Fallmanager im Jobcenter erhöht. Dadurch wird gewährleistet, dass die Menschen noch individueller und engmaschiger auf dem Weg der sozialen und beruflichen Integration begleitet und unterstützt werden können. Ziel ist es künftig auch beim Übergang in das Jobcenter eine enge Vernetzung mit den Integrationskoordinatoren herzustellen, um so – im Interesse der Geflüchteten – auch auf den Erkenntnissen der bisherigen Beratung und Betreuung aufbauen zu können.
Auch wenn der Austausch zwischen den Kommunen und dem Landratsamt bereits sehr eingespielt läuft, ist es nie verkehrt, an einer weiteren Verbesserung zu arbeiten. Daher formulierten beide Seiten in einer kurzen Workshoprunde sowohl die Erwartungen, die man aneinander hat, als auch die Potenziale und Ressourcen, die die einzelnen Akteure zu bieten haben. Übereinstimmend ging man am Ende auseinander, dass man dieses Format des Austausches in jedem Fall weiterführen möchte.