Mindestens vier neue Schulen für den Landkreis

29.03.2017

Der neue Schulbedarfsplan spricht eine deutliche Sprache: Der Landkreis muss noch mehr als ohnehin schon in die Bildung investieren

Foto: Ringbuch und Stift

Mindestens vier neue Schulen für den Landkreis

Mitte März – wir berichteten – ließen sich die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Schulen erstmals die Ergebnisse der Fortschreibung des Schulbedarfsplanes präsentieren. Zwei Wochen hatten die Kreisräte nun Zeit, die Prognoseszenarien in ihren Fraktionen zu beraten, bevor sie am gestrigen Montag, 27. März 2017, diesmal gemeinsam mit den Mitgliedern des Kreisausschusses, erneut zusammenkamen und eine Reihe richtungsweisender Beschlüsse auf den Weg brachten.

Dass Handlungsbedarf besteht, stand außer Frage. Einstimmig erkannten die Mitglieder der beiden Ausschüsse den Bedarf einer weiteren Beruflichen Oberschule im Süden des Landkreises, einer Realschule im Süden sowie einer weiteren im Südosten und darüber hinaus eines neuen Gymnasiums im Osten des Landkreises an.

Oberhaching, Sauerlach oder Taufkirchen?

Für die Berufliche Oberschule nimmt der Landkreis die bereits vorhandenen Bewerbungen der Gemeinden Oberhaching und Sauerlach zur Kenntnis und nimmt entsprechende Verhandlungen auf. Auch für einen Standort in der Gemeinde Taufkirchen liegen die Zahlen vor. Noch in der ersten Jahreshälfte 2017 soll hier eine konkrete Standortentscheidung getroffen und entsprechende Anträge an das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst gestellt werden. Zusätzlich können sich die Kreisräte grundsätzlich vorstellen, sich in einer Landkreis übergreifenden Kooperation an den Investitionskosten für eine Berufliche Oberschule in Germering, Landkreis Fürstenfeldbruck, zu beteiligen, da ein solcher Standort insbesondere für die Würmtalgemeinden erhebliche Vorteile bringen könnte.

Mit dem Zweckverband „Staatliches Gymnasium Oberhaching“, dem die Gemeinden Grünwald, Oberhaching, Sauerlach und Taufkirchen und der Landkreis München angehören, soll Landrat Christoph Göbel über den Standort der benötigten Realschule für den südlichen Landkreisbereich diskutieren, die ggf. auch im Verbund mit der Beruflichen Oberschule entstehen könnte. Auch eine mögliche Trägerschaft der Beruflichen Oberschule durch den Zweckverband soll eruiert werden. Alternativ wäre eine Trägerschaft durch den Landkreis wie bei der Beruflichen Oberschule Unterschleißheim denkbar.

Schon einen Schritt weiter ist man bei den Standortüberlegungen für die zweite Realschule im Südosten. Hier ging der klare Auftrag an Landrat und Verwaltung, zusammen mit dem Zweckverband „Staatliche weiterführende Schulen im Südosten des Landkreises München“ eine Standortentscheidung für Höhenkirchen-Siegertsbrunn herbeizuführen.

 

 

Gymnasium in Aschheim kommt

Für ein neues Gymnasium in der Gemeinde Aschheim, hat der „Zweckverband Staatliche weiterführende Schulen im Osten des Landkreises München“ bereits entsprechende Entscheidungen getroffen. Die Landkreisverwaltung wird nun zusammen mit dem Zweckverband alle weiteren Schritte zur Erweiterung des Zweckverbandes um ein weiteres Gymnasium einleiten. Sofern sich die Schülerzahlen so stetig weiterentwickeln, will man langfristig auch über ein weiteres Gymnasium in der Gemeinde Feldkirchen nachdenken.

 

Erneut kam auch die grundsätzliche Finanzierungsfrage der weiterführenden Schulen auf den Tisch. Einstimmig sprachen sich die Räte dafür aus, nicht über einen generellen Abschied vom bisherigen System im Rahmen der Zweckverbände diskutieren zu wollen. Im Hinblick u. a. auf die stark steigenden Bau- und Baunebenkosten und die Nichtgewährung staatlicher Fördermittel aufgrund der Prosperität des Landkreises soll jedoch über eine Anpassung der Finanzierung an die aktuellen Gegebenheiten nachgedacht werden. „Ziel muss sein“, so der Landrat, „die Kostenanteile von Kommunen und Landkreis dem heutigen ‚Ist’ anzupassen."