Vom Landratsamt ins Generalkonsulat

10.08.2017

Fünf Mitarbeitende des Landratsamts München absolvieren erfolgreich jeweils sechsmonatigen beruflichen Aufenthalt in der Türkei

Serda Beltan und Adile Kaplan aus dem Landratsamt (in der Mitte) zusammen mit Kollegen vor dem Generalkonsulat in Istanbul.

Bereits zum dritten Mal konnten Beschäftigte der Ausländerbehörde im ersten Halbjahr 2017 für sechs Monate in der türkischen Metropole Istanbul im dortigen Generalkonsulat des Auswärtigen Amts tätig sein. Vor Ort kümmerten sich die beiden Mitarbeiterinnen insbesondere um die Überprüfung der Einreiseanträge von Familienangehörigen der in Deutschland anerkannten syrischen Flüchtlinge sowie die Umsetzung des sogenannten Resettlement-Programms.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts München hatten ab Anfang 2016 die Möglichkeit, in Außenstellen des Auswärtigen Amts tätig zu werden. Seitdem haben insgesamt fünf Mitarbeitende der Ausländerbehörde die Gelegenheit bekommen, für jeweils sechs Monate im Generalkonsulat in Istanbul mitzuarbeiten.

Interdisziplinäre Teams zur Unterstützung der Mitarbeiter vor Ort

Vorab nahmen die Austauschteilnehmer an einem speziellen mehrtägigen Schulungsprogramm in Berlin teil, wo sie auf die neuen Aufgaben vorbereitet wurden und die weiteren Teilnehmer kennenlernen konnten. Aus mehreren Bundesländern wurde dabei ein interdisziplinäres, interkulturelles und vielseitig qualifiziertes Team gebildet: Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Ausländerbehörden waren auch Mitarbeitende des Auswärtigen Amts, des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie lokal ansässige Beschäftigte mit syrischen Sprachkenntnissen an dem Austauschprogramm beteiligt.

Effektivere Bearbeitung von Visaanträgen

Ziel der Einsätze ist es, Visaanträge von Familienangehörigen anerkannter Flüchtlinge schnell und effektiv zu bearbeiten sowie Reiseausweise für diejenigen Ausländer auszustellen, die im Rahmen des Resettlement-Programms nach Deutschland einreisen dürfen. Das Resettlement-Programm soll die dauerhafte Aufnahme von Flüchtlingen aus Drittstaaten ermöglichen, die beispielsweise aufgrund von Krieg nicht in ihre Heimat zurückkehren können. Gleichzeitig dient der Austausch auch dazu, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Deutschland in Istanbul vertiefte Einblicke in die Arbeit des Auswärtigen Amts zu gewähren. Arbeitssprache ist hier Englisch.

Für Serda Beltan und Adile Kaplan, die in der Ausländerbehörde des Landratsamts München arbeiten, ging mit dem Arbeitsaufenthalt in Istanbul ein Traum in Erfüllung: "Wir haben uns 2015 bereit erklärt, das Auswärtige Amt im Ausland zu unterstützen. Als wir die Zusage für den sechsmonatigen Arbeitseinsatz in Istanbul bekamen, haben wir uns sehr gefreut. Während unseres Austauschs von Januar bis Juni 2017 haben wir unglaublich interessante und abwechslungsreiche Erfahrungen gesammelt", so die Mitarbeiterinnen. Serda Beltan ergänzt: "Ich wurde zudem vom Generalkonsulat in Izmir eingeladen, um vor Ort bei einer Tagung unsere Ausländerbehörde und ihre Tätigkeiten vorzustellen. Eigentlich eine sogenannte Win-Win-Situation für beide Seiten, da man nun vieles besser nachvollziehen kann. Am Ende haben wir uns mit einem weinenden und einem lachenden Auge aus Istanbul verabschiedet."

Hintergrund der Entsendungen war ein entsprechender Aufruf des Auswärtigen Amts aus dem Jahr 2015 an alle Ausländerbehörden in der Bundesrepublik. Gesucht wurden geeignete Mitarbeitende, die auch in der Türkei, insbesondere im Deutschen Generalkonsulat in Istanbul, das Personal des Auswärtigen Amts unterstützen und entlasten sollten. Rückblickend betrachtet hat der Austausch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viele wertvolle berufliche wie persönliche Erfahrungen ermöglicht.