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Entwicklung der Feuerwehreinsatzzentrale

Foto: Feuerwehreinsatzzentrale im Landratsamt München, Fotograf Claus Schunk

Vor der Inbetriebnahme der Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) gab es für die Feuerwehren des Landkreises München mehr als 50 unterschiedliche Rufnummern, die bei Feuerwehrkommandanten, Gemeindeverwaltungen und Landpolizeistationen aufliefen. Es liegt auf der Hand, dass diese Form der Alarmierung von Einsatzkräften sehr problematisch war. Die Gebietsreform mit der Eingliederung von neun weiteren Gemeinden in den Landkreis München verschärfte die Situation noch mehr. Durch diese Gebietsreform, aber auch durch die zunehmende Industrialisierung, die stetig ansteigende Einwohnerzahl und die bevorstehende XX. Olympiade in München wurde eine Zentralisierung der Notrufnummern notwendig. Aus dieser Erkenntnis heraus richtete der Landkreis München im Jahr 1972 eine der ersten ständig besetzten Feuerwehreinsatzzentralen in Bayern ein.

Im Jahre 2002 wurde dann durch den Bayerischen Landtag beschlossen, landesweit Integrierte Leitstellen zu errichten. Bis dahin wurden Rettungsdiensteinsätze von Rettungsleitstellen und Feuerwehreinsätze von der Polizei oder, wie im Landkreis München, von Feuerwehreinsatzzentralen alarmiert.

In ganz Bayern wurden daraufhin flächendeckend Integrierte Leitstellen (ILS) errichtet, in denen die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst zusammengeführt wurde. Die bis dahin betriebenen Feuerwehreinsatzzentralen wurden in die neu eingerichteten Integrierten Leitstellen eingegliedert. Die FEZ konnte allerdings durch die Unterstützung und den Rückhalt der Landkreisfeuerwehren, der Kreisbrandinspektion, sowie einigen auf landkreisebene engagierten Politikern, an der Spitze die ehemalige Landrätin und der amtierende Landrat, in ihrer eigenständigen Struktur erhalten bleiben und wurde nicht wie geplant in die ILS München integriert. Am 30.Mai 2014 wurde durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr die Verordnung über die Alarmierung der Feuerwehren im Landkreis München (MüFwAlV) erlassen, welchen den endgültigen Erhalt der FEZ sicherte.

Heute ist die FEZ, neben den 26 Integrierten Leistellen, Teil der bayerischen Leitstellenlandschaft. So entsprechen u.a. das Einsatzleitsystem (ELDIS III BY), IT- bzw. EDV-Struktur, Sicherheitskonzepte sowie die Ausbildung der Disponenten den Vorgaben einer ILS. Eine Anbindung der FEZ an das VPN-Netz der Bayerischen Integrierten Leitstellen erfolgt in Kürze.

Die FEZ ist ein eigenständiger Fachbereich innerhalb des Landratsamtes (Fachbereich 4.2.2 - Feuerwehreinsatzzentrale) und gehört zum Referat 4.2. Öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Seit 2014 gehört auch die, für den Digitalfunk zuständige, Technisch-Taktische-Betriebsstelle (TTB) des Landkreises München zum Fachbereich 4.2.2 - Feuerwehreinsatzzentrale.

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Zahlen und Fakten zum Einsatzgebiet der Feuerwehreinsatzzentrale in Zahlen

Gebietsfläche: 667 qkm
Einwohner: ca. 333.000 und damit der einwohnerstärkste Landkreis im Freistaat Bayern
Kommunen: 29 Kommunen (27 Gemeinden + 2 Städte)
Überörtliche Straße: 430,4 km überörtliche Straßen, davon ...

  • 88,6 km Autobahnen
  • 93,8 km Bundesstraßen
  • 142,5 km Staatsstraßen
  • 106,5 km Kreisstraßen


Öffentlicher Personennahverkehr:

  • 9 S-Bahn-Linien auf 9 Ästen des S-Bahn-Netzes; 34 Haltepunkte
  • 1 U-Bahn-Linie mit 3 Haltestellen
  • 1 Straßenbahnlinie mit 5 Haltestellen
  • 57 Omnibuslinien, 496 km mit 650 Haltestellen

Bahnlinien: u.a. die Ferngleise München-Salzburg, München-Regensburg, München-Werdenfelser Land, München-Holzkirchen
Fließende Gewässer: u.a. Isar, Isarkanal, Würm, Hachinger Bach
Stehende Gewässer: u.a. Speichersee, Feringasee, Heimstettner See, Ruderregatta, Deininger Weiher
Waldgebiete: Forstenrieder Park, Hofoldiger Forst, Perlacher Forst, Höhenkirchner Forst
Industrie: u.a. United Initiators (ehem. Peroxid), Linde, Airbus, IABG, OMV-Tanklager Feldkirchen, Infineon, Business Campus Garching, Bavaria Film Grünwald, Medienpark (Sky, ZDF, BR, SAT1, PRO7) Unterföhring, Gore Werk Putzbrunn, Sixt
Forschungseinrichtungen: Universität der Bundeswehr Neubiberg, Forschungscampus Garching (TUM/LMU/MPI), MPI Institut Planegg-Martinsried, Biomedizinisches Zentrum der LMU Planegg-Martinsried
Größere Sportstätten: Olympiasschiessanlage Hochbrück, Ruderreggatastrecke Oberschleißheim, Fußballstadion Unterhaching, Sportschule Oberhaching
Sonstiges: Sportflugflugplatz Oberschleißheim, Flugplatz der Bundespolizei in Oberschleißheim, Schlösser Oberschleißheim, KBO Haar (Isar-Amper-Klinikum),

Einsatzstatistik FEZ für das Jahr 2015 (Stand 31.12.2015):

  • 32 389 Notrufe / Hilfeersuchen
  • 238 Weiterleitung von Notrufen aus der LHS München an die ILST München
  • 64 Weiterleitungen von Notrufen an eine der Nachbarleitstellen z.B. ILS FFB
  • 95 Weiterleitungen von Notrufen an die Polizei Einsatzzentrale München
  • 899 Vermittlungen von Notdiensten
  • 630 Verständigungen im Landratsamt außerhalb der üblichen Dienstzeiten
  • 4 755 Vermittlungen / Sonstige Verständigungen / Dokumentationen
  • 13 541 Bearbeitungen von Störungen, Wartungen und Überprüfungen von Brandmeldeanlagen und deren Übertragungswege
  • 12 177 Feuerwehreinsätze

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Aufgaben der Feuerwehreinsatzzentrale des Landkreises München

In der Feuerwehreinsatzzentrale laufen jeden Tag zahlreiche Anrufe und Hilfeersuchen auf, die von den Disponentinnen/-en im Schichtdienst an bis zu fünf Einsatzleitplätzen (ELP) bearbeitet werden.

Die Feuerwehreinsatzzentrale stellt zudem den Meldekopf für den Landkreis und ist Führungsmittel für den Einsatzstab bei besonderen Lagen. Darüber hinaus hat sich die FEZ zu einem Service-Zentrum entwickelt, bei dem die Bürger des Landkreises rund um die Uhr in Notfällen oder anderen Hilfeersuchen beraten werden.

Neben den 45 Freiwilligen Feuerwehren und den 12 Werk- und Betriebsfeuerwehren im Landkreis München werden von der Feuerwehreinsatzzentrale auch die Einsatzkräfte des ABC-Zuges und des Technischen Hilfswerks alarmiert. Insgesamt stehen der Feuerwehreinsatzzentrale aktuell 475 Einsatzmittel (davon u.a. 55x LF16/12 bzw. HLF 20, 14x RW2, 21x TLF16/25 bzw. TLF 3000 sowie 24 Hubrettungsfahrzeuge) und knapp 4000 Einsatzkräfte zur Verfügung.

Überblick über die Kernaufgaben der Feuerwehreinsatzzentrale:

  • Entgegennahme und Bewertung von Hilfeersuchen, die den Einsatz von Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst erfordern
  • Alarmierung und Disposition der geeigneten Einsatzmittel und Geräte der Feuerwehr nach Vorgabe der Alarmierungsbekanntmachung
  • Alarmierung der Einsatzkräfte und Fachberater von THW und ABC-Zug München-Land
  • Einsatzbegleitung und Dokumentation der Einsätze
  • Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort mittels Auskunftssystemen und Gefahrstoffdatenbanken wie z.B. Memplex
  • Auskunftsstelle für Bürger bei allgemeinen Notlagen und bei Fragen zum Brandschutz
  • Auskünfte und Vermittlung von Fachkräften (z.B. Tierärzte, Imker) und Fachdiensten (z.B. Energieversorgungsunternehmen bei gestörter Stromversorgung, Bahnbetreiber uvm.)
  • Funktion als Meldekopf des Landkreises, sowie Kommunikations- und Führungsmittel für die Katastrophenschutzbehörde im Großschadensfall
  • Annahme von Alarm-, Störungs- und Wartungsmeldungen von 1050 (Stand 31.12.2015) Brandmeldeanlagen im Landkreis München
  • Verständigung der Fachabteilungen des Landratsamtes und anderer Dienststellen und Behörden in besonderen Fällen (z.B. Gesundheitsamt, Veterinäramt, Forstämter, Wasserwirtschaftsamt, Kommunen uvm.)
  • Information und Zusammenarbeit mit Behörden der Gefahrenabwehr (Nachbarkreise und Nachbarleitstellen im Großraum München)
  • Presseinformationen und -auskünfte bei Feuerwehreinsätzen

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Organisation

Betrieb in der Einsatzzentrale

Foto: Feuerwehreinsatzzentrale Landratsamt München

Die FEZ ist rund um die Uhr mit mindestens zwei Disponentinnen/-en im Wechselschichtdienst besetzt. Von den diensthabenden Disponentinnen/-en werden die eingegangenen Anrufe bewertet, im Einsatzleitsystem erfasst sowie die nötigen Einsatzmittel alarmiert. Anrufern bzw. Mitteilern werden wenn möglich Tipps zur Selbst- bzw. Erste-Hilfe gegeben, die dann eingeleitet werden können bis die Feuerwehr oder der Rettungsdienst an der Einsatzstelle eintrifft. Im Anschluss wird der Einsatz durch die Disponentinnen/-en begleitet und dokumentiert.

Bei Unwetter- bzw. Großschadenslagen sowie bei besonderen Schadensfällen kann jederzeit auf Disponentinnen/-en in der Rufbereitschaft, auf dienstfreie Disponentinnen/-en sowie auf bis zu zehn nebenamtliche Mitarbeiter der Unterstützungsgruppe-FEZ (UG-FEZ) zurückgegriffen werden. Die oben genannten Sonderlagen können an maximal fünf Einsatzleitplätzen (ELP) sowie an vier Ausnahme-Abfrage-Plätzen (AAP) abgearbeitet werden. Die UG-FEZ besetzt hierbei die vier Ausnahme-Abfrage-Plätze an denen bei Sonderlagen primär die Notrufaufnahme erfolgt.

Für besondere Schadensfälle oder Großschadenslagen steht im Untergeschoss der FEZ ein Stabsraum für die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FügK) sowie ein Raum für das Kreisverbindungungskommando der Bundeswehr zur Verfügung.

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Personal

Aktuell beschäftigt der Fachbereich 4.2.2 - Feuerwehreinsatzzentrale 18 hauptamtliche sowie 10 nebenamtliche Mitarbeiter/ -innen der Unterstützungsgruppe FEZ (UG-FEZ).

Die Ausbildung bzw. Qualifikation der Disponenten ist in der Ausführungsverordnung des bayerischen Feuerwehrgesetzes (§7 Ausbildung Disponenten Integrierter Leitstellen) geregelt. So müssen die Disponentinnen/-en der FEZ, wie auch die Disponentinnen/-en der Integrierten Leitstellen, über eine qualifizierte rettungsdienstliche und feuerwehrtechnische Ausbildung verfügen. Neue hauptamtliche Mitarbeiter/-innen werden in einer dreimonatigen internen Ausbildung für den Dienstbetrieb in der FEZ vorbereitet.

Für die nebenamtlichen Mitarbeiter der UG-FEZ gelten der Gruppenführerlehrgang nach FwDV2 sowie der First Responder Lehrgang als Mindestvoraussetzung. Die Mitarbeiter der UG-FEZ werden ebenfalls in einer internen Ausbildung für den Dienstbetrieb (keine Dispositions- und Alarmierungstätigkeiten) in der FEZ geschult.