Alter und Migration im Landkreis München

Das Landratsamt stellt Drei-Punkte-Plan zur Verbesserung der Angebote für zugewanderte Senioren vor

Fachtagung am 1. Dezember 2011

Menschen aus vielen Nationen kommen in den Landkreis München, um hier zu leben und zu arbeiten. Viele haben in den Kommunen des Landkreises ein zweites Zuhause gefunden und bleiben auch nach dem Eintritt in den Ruhestand in ihrer Wahlheimat, um hier ihren Lebensabend zu verbringen. Damit ändern sich auch die Anforderungen an die Angebote in der Altenhilfe. Die steigende Anzahl der älteren Migrantinnen und Migranten und die religiöse und kulturelle Vielfalt stellen die Verantwortlichen vor neue Herausforderungen.

Um die Ist-Situation im Landkreis München und um eine kultursensible Weiterentwicklung schon vorhandener Strukturen ging es bei einer Fachtagung unter dem Motto "Alter und Migration im Landkreis München" am 1. Dezember im Landratsamt.

Vor dem Hintergrund einer rasanten demographischen Entwicklung im Landkreis München - bis zum Jahr 2029 wird allein der Anteil der über 80-Jährigen um 128% ansteigen - diskutierten Vertreter von Nachbarschaftshilfen, Wohlfahrtsverbänden, Senioren- und Pflegeheimen, Bildungseinrichtungen zusammen mit Kommunalpolitikern über die Herausforderungen der Zukunft in der Altenhilfe.

Drei-Punkte-Plan

Mit einem Drei-Punkte-Plan will sich der Landkreis München zielgerichteter der Situation der eingewanderten älteren Menschen annehmen. Die vorgesehenen Schritte stellte der Integrationsbeauftragte für den Landkreis München, Ali E. Danabas, vor. Zum einen sollen Zugangsbarrieren in den Bereichen Information, Beratung und Gesundheitsaufklärung zwischen den Institutionen der Altenhilfe und Zugewanderten überwunden werden. Zum zweiten soll die interkulturelle Öffnung der ambulanten und stationären Altenpflege und Altenarbeit sowie die Verankerung der "kultursensiblen Pflege" in Aus-, Fort- und Weiterbildungen vorangetrieben und unterstützt werden. Und drittens sollen sich bestehende stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen von privaten und öffentlichen Trägern, ergänzend zu ihren Angeboten, auch auf ausländische und eingewanderte Senioren spezialisieren.

Für die Realisierung sind laut Danabas eine bessere Vernetzung von Einrichtungen im Landkreis München, die bereits Dienste für ausländische und eingewanderte Seniorinnen und Senioren anbieten sowie die finanzielle Stärkung und Unterstützung dieser Einrichtungen notwendig.

Expertenwissen

In der Fachtagung haben zahlreiche Akteure und Experten aus dem sozialen Bereich im Landkreis und der Landeshauptstadt München ihren Beitrag geleistet.
Die Fachtagung war die zweite große Veranstaltung in einer Reihe zu Integrationsfragen, die im September dieses Jahres mit der Tagung "Integration im Landkreis München" startete. Dabei stand die Rolle der Frauen im Integrationsprozess im Mittelpunkt. Die Serie soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Reden zur Tagung