Tag der Erneuerbaren Energien - Eine Idee feierte bundesweit Geburtstag

Im Landkreis München konnten am 29. April 2017 zahlreiche Anlagen besichtigt werden


Gemeinsam die erneuerbaren Energien entdecken! Am 29. April 2017 fand der 22. Tag der Erneuerbaren Energien an vielen Orten deutschlandweit statt und bot die Gelegenheit, sich über die nachhaltige Energienutzung zu informieren. Auf der Homepage Energietag der bundesweiten Aktion können Sie sich über alle Aktionen und Anlagen informieren.

Auch der Landkreis München beteiligt sich seit 2005 zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am "Tag der Erneuerbaren Energien". Besucher konnten viele moderne Anlagen besichtigen, die verschiedene Arten regenerativer Energien nutzen und etwas über den Umgang mit erneuerbaren Energien erfahren.

In diesem Jahr öffneten folgende Objekte und Anlagen ihre Pforten und luden Interessierte zu sich ein:

Laufzorn / Oberhaching

Die Gemeinde Grünwald im Landkreis München nimmt die Energiewende in die eigenen Hände. Seit Herbst 2008 setzt Grünwald auf die grundlastfähige, CO2-neutrale Tiefengeothermie. Auf Basis der ergiebigen Bohrung am Standort in der Nachbargemeinde Oberhaching-Laufzorn liefert die 100-prozentige Tochter Erdwärme Grünwald GmbH (EWG) seit Herbst 2011 geothermische Fernwärme an Grünwalder Haushalte, Unternehmen, Kindergärten und Schulen. Das Fernwärmenetz wird bis Ende 2017 nahezu voll ausgebaut. Zu sehen sind in Laufzorn die beeindruckenden Energieerzeugungs- und -versorgungsanlagen: das Geothermie-Heizwerk das Geothermie-ORC-Kraftwerk, das seit Oktober 2014 grünen Strom erzeugt sowie ein Blockheizkraftwerk zur Eigenstromerzeugung und eine Power-to-Heat-Anlage P2H. Durch die Anlage in der Laufzorner Str. 104, 82041 Oberhaching führte der Geschäftsführer der EWG, Herr Andreas Lederle. Kontakt: info@erdwaerme-gruenwald.de

Unterföhring

Die Energiezentrale ist neben den Bohrungen das Herzstück jeder Geothermie-Anlage. Die Anlage von GEOVOL besteht aus zwei Zentralen - die erste ist 2009 fertiggestellt worden, die zweite Anfang 2016. Mit der neuen Energiezentrale ist GEOVOL gut gerüstet, um das Fernwärmenetz weiter auszubauen und bis spätestens 2020 auch das südliche Unterföhring vollständig für die Erdwärmelieferung zu erschließen. Aber auch für die Bestandskunden ist die Inbetriebnahme der zweiten Energiezentrale von Vorteil: Da die beiden Fernwärmekreise miteinander verflochten sind, kann bei Spitzenlasten oder dem Ausfall einer Zentrale die andere zeitweise die Wärmelieferung übernehmen. Besucht wurde die Energiezentrale der Geovol Unterföhring GmbH, im Etzweg 10, 85774 Unterföhring. Kontakt: Tel.: 089/ 9699841-12

Ottobrunn

In der Prinz-Otto-Straße 9, 85521 Ottobrunn konnten die Photovoltaikanlage (Netzanschluss 1996, 3,2 kW), die Solarthermie-Anlage (4,2 qm, 300 l WW-Speicher), der Strom-Speicher (Netzanschluss 2016, 4 kWh Akku-Kapazität, 70% Autarkie übers Jahr), sowie ein E-Auto (Ladezeit übers Hausnetz 10h, Schnellladesäulen 30 Min., 24 kWh Batteriekapazität) besichtigt werden.

Gräfelfing

In der Richard-Strauss-Str. 2 in 82166 Gräfelfing konnte eine kleine Photovoltaikanlage mit großem Nickel-Eisen (NiFe) Batteriespeicher besichtigt werden. Die Anlage versorgt alle kritischen Verbraucher und garantiert bei Netzausfall unterbrechungsfreien Service für ein bis zwei Tage. Eine Besichtigung ist nach Absprache auch jederzeit an anderen Tagen während des Jahres möglich. Kontakt: F.Lesny@t-online.de oder 089/82979686.
Im Gstaller Weg 38, 82166 Gräfelfing konnte das 2014 mit dem Energiepreis ausgezeichnete Sonnenhaus mit einer 40 m2 großen Solarthermie-Anlage, einem Pufferspeicher-Volumen von knapp 8.000 l sowie eine 2,5 kWp Photovoltaik-Anlage besichtigt werden. Es wurde hier das "Sonnenhaus-Prinzip" verwirklicht, mit welchem das Dach des Nebenhauses auch das Haupthaus mit umweltfreundlicher Heizenergie und Strom versorgt (= Speicherung der sommerlichen Wärme in einem sehr großen Pufferspeicher für die Heizperiode). Kontakt: gerhard.mengedoht@t-online.de

Hohenbrunn

Die Gemeinde Hohenbrunn lud gemeinsam mit der AGENDA 21 Hohenbrunn zur Besichtigung der kommunalen Fernwärmeversorgung im Gewerbegebiet (Bauhof) in der Eduard-Buchner-Str. 5, 85662 Hohenbrunn ein. Die Gemeinde Hohenbrunn hat 2013 ein Fernwärmenetz im Gewerbegebiet in Betrieb genommen. Die Heizzentrale mit einer thermischen Gesamtleistung von ca. 620 kW ist im gemeindlichen Bauhof untergebracht und versorgt sowohl den Bauhof als auch sieben Gewerbebetriebe mit umweltfreundlicher Wärme. Die Wärme stammt aus einem 180 kW Holzhackschnitzelkessel und einem 2015 in Betrieb genommenen BHKW mit 90 kW Wärmeleistung und 49 kW elektrischer Leistung sowie einem 350 kW Gas-Brennwertkessel. Das BHKW deckt die Grundlast der Wärmeversorgung, in der Folge werden Hackschnitzel- und Gasbrennwertkessel dazu geschaltet. Das Wärmenetz wird fortlaufend optimiert und soll weiter ausgebaut werden, um auch noch zusätzliche Gewerbebetriebe mit klimafreundlicher Energie versorgen zu können.

Neubiberg

In der Tizianstraße 1, 85579 Neubiberg konnte das 2009 mit dem Energiepreis ausgezeichnete Haus mit Photovoltaik (4,3 kwh/peak), Wärmekollektor (7 kwh), Wärmeübertragungsanlage von Holzofen in Wohnung, Abgaswärmetauscher (Warmwasser), Pufferspeicher, Regenwassernutzungsanlage, hinterlüftete Thermohülle fürs ganze Haus, Dreischeiben-Thermofenster, Wintergarten, Hypokaustenboden sowie Warmluftabsaugung besichtigt werden. Kontakt: 089/604312.