Ernährungsberatung für Familien mit Fluchthintergrund

09.02.2018

Landratsamt veranstaltete Workshop für Eltern und Kinder in Aying

Essen und Trinken haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern. Bereits in jungen Jahren werden die Weichen für das spätere Leben gestellt. Darüber hinaus bilden sich in dieser Zeit Gewohnheiten, Gefühle und Einstellungen zum Essen aus, die häufig ein Leben lang bestehen. Aber wie geht das eigentlich genau mit der richtigen, abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung? Wo liegen die Unterschiede beim Thema Ernährung in Deutschland, Syrien oder Eritrea? Was braucht der Körper für ein gesundes Leben und worauf sollte man vielleicht eher verzichten?

Antworten auf diese Fragen und vieles mehr haben Anne Kösler und Anja Wosch aus dem Bereich Gesundheitsfürsorge und -prävention des Landratsamts München Ende Januar im Bürgerhaus in Aying interessierten Kindern und ihren Eltern in einem Workshop sehr anschaulich erklärt.

Gesunde Ernährung einfach erklärt

Zunächst hatten an diesem Tag die Kinder das Wort. Sie erzählten eifrig, was bei ihnen zuhause zum Frühstück auf den Tisch kommt: Kleine Frühstücksmuffel, die morgens keinen Bissen herunterbekommen, waren ebenso dabei, wie Kinder, die mit Milchprodukten, Brot und Obst gesund und gestärkt in den Tag starten.

Nach dieser kurzen Heranführung an das Thema der Veranstaltung erarbeiteten die Mitarbeiterinnen des Landratsamts dann gemeinsam mit den Kindern die sogenannte Ernährungspyramide.

Das Modell der Ernährungspyramide ist auch für Kinder und Menschen mit Fluchthintergrund, die die deutsche Sprache erst erlernen müssen, leicht verständlich und zudem wissenschaftlich fundiert. Es basiert auf den Empfehlungen des Forschungsinstitutes für Kinderernährung in Dortmund und den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
Für Kösler und Wosch ist die Ernährungspyramide dabei auch Mittel zum Zweck: Auf diese Weise sind sie in der Lage, einfach und niederschwellig das vorhandene Wissen der Kinder in diesem Bereich abzufragen und zugleich altersgemäß zu erklären, wie eine gesunde, schmackhafte und kindgerechte Ernährung aussehen kann.

Die anwesenden Kinder konnten dabei teils mit großem Wissen glänzen und ordneten die ausgeteilten Fotokarten verschiedenster Lebensmitteln meist mühelos den richtigen Kategorien zu.

Gesund leben: Ernährung ist nur die halbe Miete

Gesundes Essen und Trinken sind wichtig, aber Ernährung allein reicht für eine gesunde Lebensweise nicht aus. Auch die Bewegung darf nicht zu kurz kommen. Mehr Bewegung im Alltag, eine (bewegungs-)aktive Freizeitgestaltung und Sport steigern das Wohlbefinden und sind der nötige Ausgleich zum oft bewegungsarmen Tagesablauf. Auch hier wurde anhand eines Modells - der sogenannten Bewegungspyramide - gemeinsam mit den Kindern erarbeitet, wie wichtig regelmäßige Bewegung ist. Bei der Bewegungspyramide geht es darum, den Kindern anschaulich zu erklären wie mehr Bewegung im Alltag, in der Freizeit und durch Sport erreicht werden kann. Die Bewegung im Alltag - sechsmal am Tag fünf bis zehn Minuten - bildet dabei die Grundlage. Aktivitäten wie zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule, lieber Treppensteigen als Rolltreppen zu benützen gehören dazu. Bei der bewegten Freizeit - mindestens eine Stunde am Tag - sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Hierzu zählen zum Beispiel das Draußenspielen, Ballspiele, eine Radtour oder im Sommer ein Schwimmbadbesuch. Beim obersten Teil der Pyramide geht es darum, mindestens eine halbe Stunde pro Tag Sport oder andere intensive altersgemäße körperliche Aktivitäten zu machen.
Ein kleiner Exkurs zum richtigen Zähneputzen und zur Mundhygiene bildete den Abschluss des Workshops.

Die Workshops und Vorträge rund um gesunde Ernährung sind einer von zahlreichen Bausteinen, die das Landratsamt zu dem Themenkomplex Gesundheitsfürsorge und -prävention anbietet. Das Angebot der Ernährungsberaterin Anne Kösler und der Ethnologin Anja Wosch richtet sich dabei insbesondere an Mitarbeitende von Kindertagesstätten, Kindergärten und Grundschulen, aber auch an Familien mit Fluchthintergrund bzw. deren Betreuungspersonen oder Mitglieder von Helferkreisen. Interessierte können sich telefonisch bei Anne Kösler (089/6221-2702) oder Anja Wosch (089/6221-1113) näher informieren und beraten lassen und individuelle Veranstaltungstermine für ihre Gruppe vereinbaren.