Corona-Pandemie – Auch die Feuerwehren sind stark gefordert

Die Kreisbrandinspektion München berichtet

Die Feuerwehren des Landkreises München erfüllen auch in der gegenwärtigen schwierigen Zeit ihre gesetzlichen Aufgaben und sind in gewohnter Weise rund um die Uhr einsatzbereit, um den Bürgern in Not zu helfen – allerdings mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen.

Schon zu Beginn der Krise hat die Kreisbrandinspektion die Feuerwehren des Landkreises München mit den notwendigen Informationen und Empfehlungen versorgt (über 30 Informationsschreiben bis jetzt), damit die Einsatzbereitschaft gewährleistet bleibt. Außerdem sind die Feuerwehren von der Kreisbrandinspektion mit zusätzlicher Schutzausrüstung ausgestattet worden. Für den weiteren Bedarf ist eine zentrale Verteilorganisation eingerichtet worden.  Entgegen der bundes- und landesweiten Meinung hat die Kreisbrandinspektion den Feuerwehren empfohlen, den First Responder-Dienst nicht einzustellen sondern mit den notwendigen Schutzmaßnahmen weiterhin aufrecht zu erhalten.

Neben dem „normalen Tagesgeschäft“ haben die Feuerwehren die zusätzliche Aufgabe das vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellte Material (insbesondere Schutzmasken und -anzüge, Handschuhe, Desinfektionsmittel) an die Bedarfsträger (Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Pflegedienste, Hebammen etc.) entsprechend der Prüfung und Entscheidung des Landratsamtes zu verteilen. Zur Verteilung des sog. Bayernmateriales wurde von der Kreisbrandinspektion ein Online-Portal (Webshop) eingerichtet. In diesem Shop ordern etwa 600 Bedarfsträger ihre benötigte Schutzausrüstung. Seit dessen Einrichtung sind schon mehr als 1.900 Bestellungen eingegangen.

Seit Einrichtung des Online-Portals am 24. März (einen Tag nach Beauftragung des Feuerwehr- Einsatzleiters durch das Landratsamt, die gesamte Koordination der Verteilung des Bayernmaterials im Landkreis München zu übernehmen) haben die Feuerwehren entsprechend des Zulaufes aus dem Zentrallager des Freistaates Bayern fast täglich ihre Verteilungen durchgeführt.  

Diese Verteilung ist eine aufwendige Angelegenheit. Vor der Verteilung müssen die Materialien im Zentrallager des Freistaates Bayern, das sich im Landkreis München befindet, abgeholt werden. Diese logistische Aufgabe wird durch tägliche Fahrten des ABC-Zuges München-Land organisiert. Täglich sind zwei Personen der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Landratsamt München und zwei bis drei Personen der Kreisbrandinspektion damit beschäftigt, das Online-Portal auf dem aktuellen Stand zu halten, Zulauf der Materialien zu registrieren, genauso wie den Abgang der Waren. Letztlich ist die gesamte Kreisbrandinspektion hier eingebunden. Zur Abstimmung aller Beteiligten findet täglich eine Telefonkonferenz statt.

Wie läuft so eine Verteilung ab? Früh morgens wird ein Schnitt in den Bestellungen getätigt, dann werden im Landratsamt (FüGK) durchschnittlich 150 - 200 Bestellungen bearbeitet, am späteren Vormittag werden aus den Bestellungen Kommissionierlisten erstellt. Nun muss das Zentrallager des Landkreises die Materialien für die 7 Verteilzentren kommissionieren. Anschließend wird die Ware von den für die Verteillager zuständigen Feuerwehren abgeholt. Nun müssen die 7 Verteillager für die Feuerwehren in ihrem Bereich die Waren kommissionieren. Danach werden die Waren von den jeweiligen Feuerwehren in den Verteillagern abgeholt und noch am gleichen Tag über Ihre Verteilstationen nach vorheriger Information der Bedarfsträger verteilt. Im Schnitt sind an einem Ausliefertag ca. 120 ehrenamtliche Kräfte von Feuerwehr und ABC-Zug mit ca. 450 Stunden je Verteiltag eingebunden. So wurden seit dem 24.03.2020 rund 7.000 Stunden zur Verteilung der Schutzausrüstung erbracht. Aus der bei der Feuerwehreinsatzzentrale des Landkreises München geführten Einsatzstatistik geht hervor, dass in diesem Zeitraum 500 Fahrzeugbewegungen notwendig waren bis die Schutzausrüstung aus dem Zentrallager bei den einzelnen Bedarfsträgern war.  

Seit der ersten Auslieferung am 24. März fanden an 15 Liefertagen ca. 1.600 Einzellieferungen statt.
Dabei wurden an die Bedarfsträger verteilt:

  • 100.000 Mund-Nase Schutzmasken
  • 50.000 FFP2 Masken
  • 1.500 Schutzanzüge
  • 200 Schutzbrillen
  • 175.000 Handschuhe
  • 6.200 Liter Handdesinfektionsmittel  
  • 1.200 Liter Flächendesinfektionsmittel  


Neben der Verteilung der Schutzausrüstung für die Bedarfsträger unterstützen einige Feuerwehren
die in den Gemeinden eingerichteten Corona-Teststationen. Die Feuerwehr Ismaning betreibt sogar
zusammen mit den örtlichen Ärzten eine Corona-Teststation.
 

Seit Beginn der Corona-Krise ist das Einsatzaufkommen im Landkreis München erheblich zurückgegangen. Es ist jedoch immer noch einiges zu tun:

Einsätze Februar: 1.368
Einsätze März: 810
Einsätze April bis jetzt: 689