Das Soziale Ehrenamt als Stütze der Gesellschaft – stille Helden in Zeiten von Corona

Die Sozialehrung des Landkreises München feiert ihr 20-jähriges Jubiläum unter besonderen Umständen.

Ehrennadeln des Landkreises München

Ehrennadeln des Landkreises München

Die Auswirkungen der Corona-Krise trafen und treffen jeden Einzelnen von uns und sind in allen Lebens- und Arbeitsbereichen deutlich spürbar.

Die Pandemie hat unsere Art und Weise miteinander umzugehen deutlich verändert. Dem „Social distancing“ ist auch die Ehrungsveranstaltung für die Landkreisbürgerinnen- und -bürger, die sich ehrenamtlich für die sozialen Belange anderer Menschen einsetzen, zum Opfer gefallen.

Sie unterstützen Seniorinnen und Senioren in Pflegeheimen, verteilen bei Tafeln und Tischen Lebensmittel an Bedürftige, organisieren Kulturfestivals oder begleiten als Hospizhelfer Sterbende auf ihrem letzten Weg. Wie beispielsweise
die Ehrenamtlichen vom Hospizkreis Haar, die seit 20 Jahren unter dem Motto „Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben“ Sterbende und ihre Angehörigen mit viel Empathie sowie großem persönlichen und zeitlichen Einsatz zur Seite stehen.

Auch wenn die große jährliche Ehrungsveranstaltung ausfallen musste, soll dieses soziale Engagement die öffentliche Anerkennung und Aufmerksamkeit erhalten, die es verdient.

Elf Personen und neun Gruppen ausgezeichnet

Elf Einzelpersonen sowie neun Gruppen haben deshalb die Urkunde sowie eine Ehrennadel des Landkreises durch den jeweiligen Bürgermeister ihrer Gemeinde oder Stadt erhalten.

Landrat Christoph Göbel spricht den sozial Engagierten aus der Ferne Lob, Dank und Anerkennung aus. „Sie alle sind es, die das Rückgrat der Gesellschaft bilden und den Landkreis München zu einer lebens- und liebenswerten Region machen. Gerade in schweren Zeiten wie diesen, ist persönliches Engagement wichtiger denn je.“
Besonders freut es den Landrat, dass das Ehrenamt auch zunehmend von der Jugend wieder entdeckt wird. „Es ist geradezu vorbildlich, wie sich die Schülerinnen und Schüler vom Arbeitskreis Umwelt am Gymnasium Höhenkirchen-Siegertsbrunn mit zahlreichen Projekten für den Umweltschutz und Nachhaltigkeit in ihrer Schule und Gemeinde unermüdlich einsetzen“, betont Göbel und hofft auf fleißige Nachahmer.

Die Geehrten im Überblick:


AK Umwelt Gymnasium Höhenkirchen-Siegertsbrunn

„Umweltschutz fängt im Kopf an“ – Unter diesem Motto steht die Arbeit des AK Umwelt des Gymnasiums Höhenkirchen-Siegertsbrunn.
Der Arbeitskreis ist ein Zusammenschluss von Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen, die sich mit der Planung und Durchführung von Projekten für Umweltschutz und Nachhaltigkeit in ihrer Schule und Gemeinde einsetzen. Ihr Engagement ist freiwillig und findet in den Pausen bzw. in ihrer Freizeit nach Unterrichtsschluss statt. Die Schülerinnen und Schüler wollen mit ihrem Engagement ihr persönliches Umfeld für Umweltthemen sensibilisieren und zu nachhaltigem Handeln ermutigen. Die engagierten Schülerinnen und Schüler setzen ihren Fokus auf die Reduktion der Essensabfälle in der Schulmensa sowie auf die korrekte Mülltrennung im Schulhaus. Außerdem nahmen sie an der Aktion Stadtradeln teil, organisierten den Verkauf von Schulheften aus recyceltem Umweltschutzpapier und sensibilisierten schon die Fünftklässler bei einer Baumpflanzaktion und einem Schülervortrag zum Klimawandel für umweltbewusstes Handeln. Ein weiteres Thema war das fortschreitende Insektensterben. Sie organisierten Infostände in der Schulaula, die die Schulgemeinschaft über der Verringerung der für unsere Flora und Fauna notwendigen Insekten informierte. Als praktische Umsetzung wurden ein Bienenhotel sowie mehrere kleine Nisthilfen für Nützlinge auf dem Schulgelände angebracht. Das Thema „Nachhaltiger Konsum“, das schon mit dem HöSi-To-Go-Becher aufgegriffen wurde, beschäftigt den AK Umwelt auch weiterhin. Die Schülerinnen und Schüler der AK Umwelt werden sich auch weiterhin mit vollem Engagement für Umweltthemen einsetzen.

Hermann Breitenberger

Hermann Breitenberger betreut seit Mai 2007 als Heimbeiratsvorsitzender die über 100 Bewohner des Pflegeheims der Arbeiterwohlfahrt Gravelottestraße in München. Er fährt mehrmals die Woche unentgeltlich und
ohne Aufwandsentschädigung von seinem Wohnort Unterhaching nach München und kümmert sich dort um die Belange und das Wohlergehen der Heimbewohner. Den neuen Bewohnern steht er beim Eingewöhnen mit Rat und Tat beiseite. Auch für sämtliche Anliegen, wie Gespräche, für die kleinen und die großen Sorgen, hat er immer ein offenes Ohr für die Bewohner. Seit über 30 Jahren ist Herr Breitenberger auch ehrenamtlich bei der Faschingsgesellschaft Würmesia tätig. Die Würmesia besucht regelmäßig Betreuungseinrichtungen, um den Fasching zu den Menschen zu bringen, die selber nicht mehr in der Lage sind, zum Faschingsfest zu gehen.

Caritas Oberschleißheimer Tisch

Vor zehn Jahren wurde der Caritas Oberschleißheimer Tisch gegründet. Seither sammeln die Ehrenamtlichen überschüssige, qualitativ einwandfreie Lebensmittel und geben diese an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Bürger in Oberschleißheim aus. Durch ihr Engagement erhalten die Menschen in Not schnell und unbürokratisch Hilfe. Es soll die Folgen von Armut verringern und den Bedürftigen finanziellen Freiraum schaffen. Die Ehrenamtlichen stehen so für Solidarität und Mitmenschlichkeit ein. Sie sind dabei mehr als helfende Hände, sie sind Ansprechpartner und haben immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Kunden. Durch ihr ehrenamtliches Engagement wirken sie
Ausgrenzung und Isolation entgegen und schaffen Raum für Kontakte und Beziehungen. Sie fördern die gesellschaftliche Wahrnehmung von Armut und tragen so zum sozialen Zusammenhalt in der Gemeinde bei.

Erika Furchtsam

Erika Furchtsam organisiert seit über 10 Jahren das „Kaffeekranzerl“ in Garching-Hochbrück. Einmal wöchentlich im Wechsel treffen sich dazu interessierte Seniorinnen und Senioren entweder zu Kaffee und Kuchen im Pfarrsaal oder zum Mittagstisch in einem Gasthaus in Hochbrück. Sie fungiert hierbei als „Frau für alles“ und pflegt neben den Treffen auch Telefonkontakte zu den Seniorinnen und Senioren. Den Menschen steht sie immer mit Rat und Tat zur Seite, vor allem auch in Problemlagen wie dem Verlust des Partners. Sie ist gut mit der Stadt Garching vernetzt, setzt sich immer für die Hochbrücker Seniorinnen und Senioren ein, organisiert gemeinsame Besuche von Veranstaltungen, wie z.B. die Seniorenweihnacht, das Festzelt, die Bürgerwoche. Frau Furchtsam hat immer ein offenes Ohr und kümmert sich um die Sorgen und Nöte ihrer Seniorinnen und Senioren.

Pia Maria Heizer

Pia Maria Heizer engagiert sich seit 1961 ehrenamtlich in der Pfarrei St. Elisabeth in Planegg. Sie war zehn Jahre lang Mitglied im Pfarrausschuss und 28 Jahre Mitglied im Pfarrgemeinderat, davon 16 Jahre lang die 1. Vorsitzende. Während der Zeit ihres Pfarrgemeinderatsvorsitzes gab es u.a. turbulente Zeiten in der Pfarrei. Frau Heizer hatte während dieser Zeit sondierende und deeskalierende Aufgaben/Gespräche/Verhandlungen wahrzunehmen, die sie alle mit Bravour meisterte. Sie ist auch die Initiatorin und Organisatorin der jährlich stattfindenden ökumenischen Reise mit der evangelisch-lutherischen Waldkirchen-Gemeinde Planegg. Weiter hat sie einen ökumenischen Stammtisch ins Leben gerufen. Die Mitarbeit im Helferkreis Asyl über mehrere Jahre war für sie eine Selbstverständlichkeit. Frau Heizer war über Jahrzehnte ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde und darüber hinaus für die Bürgerinnen und Bürger in Planegg und Umgebung in hohem Maße engagiert.

Helferteam Haarer Tisch

Das Helferteam des Haarer Tisches kümmert sich um Menschen, mit denen es das Leben nicht so gut meint. 2005 wurde der Haarer Tisch auf Initiative der Gemeinde Haar, der Kirchengemeinden und Aktivbürgern ins Leben gerufen. Seitdem funktioniert die Ausgabe von Lebensmitteln an bedürftige Bürger bestens. Jeder kennt den
Haarer Tisch und viele sind bereit, etwas dafür zu geben oder selbst mitanzupacken. Zweimal pro Woche findet die Ausgabe statt. Rund 50 Ehrenamtliche sammeln Lebensmittel ein, sortieren und geben aus. Viermal wöchentlich werden die Geschäfte angefahren. Ehe die Lebensmittel ausgegeben werden, wird alles angeschaut, sauber gemacht und sortiert. Rund 300 Menschen werden versorgt, davon 120 Kinder. Es sind meist Alleinerziehende und viele alte Menschen. Das Helferteam versucht, diesen Menschen ein wenig Teilhabe am normalen Leben zu ermöglichen. Zum Weihnachtsfest will man den Kunden des Haarer Tisches eine kleine Freude bereiten. Das Helferteam packt hierfür hunderte von Geschenktüten. Viele des Helferteams sind seit Anfang an dabei, mittlerweile auch schon in ein Alter gekommen, wo ehrenamtliches Engagement nicht mehr ganz so leicht fällt. Aber jede Woche ist jeder wieder zuverlässig an seinem Platz, um die Haarer Solidargemeinschaft am Leben zu erhalten.

Arno Helfrich

Arno Helfrich ist ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des Kleingartenvereins „Am Weidanger“ in Ismaning. Erst als Kassier und Schriftführer und seit 2004 ist er 1. Vorsitzender. Der Kleingartenverein zählt 73 Mitglieder, meist Familien. Die Pflege der Natur und der naturnahe Gemüseanbau wird hier großgeschrieben. Ihm ist es wichtig, dass besonders die Kinder und Jugendlichen an den mehrmals im Jahr stattfindenden Gemeinschaftsaktionen der Naturpflege (Baumpflege) teilnehmen. So werden sie an einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur herangeführt. Zu den Gemeinschaftsaktionen und für ein gutes Miteinander werden die Sonnwendfeier sowie Sommer- und Herbstfeste
organisiert. Herr Helfrich leistet mit viel Energie ein hohes Maß an ehrenamtlicher Tätigkeit. Des Weiteren engagiert sich Herr Helfrich als ehrenamtlicher Schulweghelfer. Hier ist es ihm ein besonderes Anliegen, dass die Schüler gut und sicher in die Schule und auch wieder nach Hause kommen.

Hospizkreis Haar

ZEIT SPENDEN......Mit diesem Aufruf vor 20 Jahren hat alles begonnen. Der Hospizkreis Haar wurde gegründet und stellte seine Arbeit unter das Motto „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben zu geben“. Die Hospizbegleiter sind besondere Menschen, die bereit sind, Zeit und Aufmerksamkeit zu spenden. Sie besuchen Schwererkrankte und Sterbende. Sie hören zu, gehen einfühlsam auf die Nöte und Ängste der Patienten ein. Besonders sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg durch Gespräche, Berührungen oder auch stundenlanges Schweigen zu begleiten, erfordert ein hohes Maß an Empathie. Den Angehörigen Mut zuzusprechen und deren Gefühle aufzufangen sind Eigenschaften, die die Hospizbegleiter auszeichnen. Die Mitarbeiter stellen sich mit ihren besonderen Fähigkeiten und dem erworbenen Wissen zur Verfügung, um achtsam und präsent die Aufgaben zu erfüllen. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit nicht als Routine zu sehen, sich immer wieder auf teilweise verzweifelte, hoffnungslose Menschen einzulassen, verdient großen Respekt.

Kolpingsfamilie Unterföhring

Die Kolpingsfamilie Unterföhring wurde 1983 gegründet. Seither engagieren sich zahlreiche Mitglieder ehrenamtlich. Die jährlichen Aktionen der Kolpingsfamilie sind mittlerweile ein fester Bestandteil im Unterföhringer Vereinsleben. Die Ehrenamtlichen organisieren Altkleider- und Altpapiersammlungen, den Second-Hand-Basar sowie einen Osterbasar und einen Kinderfaschingsball. Auch mit einem Stand auf dem Unterföhringer Christkindlmarkt ist die Kolpingsfamilie vertreten. Von den erzielten Gewinnen werden verschiedene Sozialprojekte unterstützt. Um den Brauch und die Gestalt des Hl. Nikolaus bei den jungen Familien aufrecht zu halten, wird ein kostenloses „Nikolausgehen“ angeboten. In Zusammenarbeit mit der Kolpingsfamilie Ismaning wurde 2004 die Ausbildungsbörse ins Leben gerufen. Es werden jährlich zahlreiche Firmen angeschrieben und nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen gefragt. Diese können die Jugendlichen dann im Internet abrufen. Die ehrenamtlichen Mitglieder investieren viele Stunden in ihre Koplingsfamilie. Bei der ganzen Arbeit ist es allen besonders wichtig, dass die Jugendlichen eingebunden werden, um ihnen das Ehrenamt und das soziale Engagement näher zu bringen.

Kulturfestival Gräfelfing e.V.

Seit 1979 findet regelmäßig das Kulturfestival Gräfelfing mit großem Musikprogramm statt. Selbstverständlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Bis zu 30.000 Besucher kommen alle zwei Jahre in die Gemeinde, um ein hochkarätiges Musikprogramm und Kulturfestival zu genießen. Die zahlreichen ehrenamtlichen Mitglieder investieren viele Stunden, um das Festival zu organisieren. Jeder Einzelne ist mit großem Eifer dabei. So können alle Gräfelfinger sowie viele Gäste aus der Region kostenlos ein tolles Programm genießen, sowohl die Gräfelfinger Besucher als auch die vielen Ehrenamtlichen des Vereins freuen sich auf diesen Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens.

Claudia Lutterkord

Claudia Lutterkord engagiert sich seit ca. 25 Jahren ehrenamtlich im Vorstand des Kulturfördervereins Würmtal. Sie hat das Amt der Schriftführerin übernommen. Sie investiert über das ganze Jahr -fast täglich- viele ehrenamtliche Stunden für den Verein. Zu ihren Tätigkeiten gehören die Organisation von Ausstellungen und Kulturevents im Rathaus Planegg und für den Landkreis München. Ihr eigenes Projekt „HundundKatz“ ist eine private
Künstlerinitiative mit dem Ziel, eine Brücke zwischen München und Krakau mit den Mitteln der Kunst zu schlagen. Seit 15 Jahren werden deutsch-polnische Begegnungen von Kunstschaffenden veranstaltet. Ebenfalls werden von ihr mit großem Engagement Konzerte, Kabaretts und Lesungen organisiert. Die Organisation und Pflege der freundschaftlichen Beziehung und des Austausches zwischen den deutschen und polnischen Künstlern liegen ihr sehr am Herzen.

Mobile Werkstatt Schleißheim/Garching

Die mobile Werkstatt Schleißheim/Garching besteht seit 2009 und unterstützt Mitbürger in den Gemeinden Oberschleißheim, Unterschleißheim und Garching mit Reparaturarbeiten. Die mittlerweile zehn Herren führen selbstorganisiert Kleinreparaturen in Haushalten mit geringem Einkommen aus. Mit viel Freude investieren sie mittlerweile über 400 Stunden im Jahr in ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Die Einsätze erfolgen immer Donnerstagnachmittags. Zuvor findet die Teamsitzung statt, bei der die Einsätze besprochen werden und geklärt wird, ob weitere Hilfsangebote (Beratung, Spenden) notwendig erscheinen. Die Herren sind mit Freude und Hingabe bei der mobilen Werkstatt dabei. Durch ihr Engagement, technische und praktische Versiertheit verstehen sie es, von Mensch zu Mensch schnelle Hilfe anzubieten. Gerade denjenigen, von Armut betroffenen und auch oft in seelischen Notlagen befindenden Menschen wird dadurch ihre angespannte Situation erleichtert. Ihnen ist es auch ein wichtiges Anliegen, dass Ressourcen nicht einfach verschwendet werden. Alles wird auf Brauchbarkeit überprüft. Sie handeln nach dem Grundsatz
„Reparieren geht vor wegwerfen“. Die Herren der Mobilen Werkstatt sind im Bereich bürgerschaftliches Engagement Vorbild für andere.

Nähkreis

Der Nähkreis erledigt seit mehr als 50 Jahren alle Näharbeiten im Alten- und Pflegeheim Ebenhausen, Flickwäsche der Bewohner ebenso wie neue Vorhänge. Einmal monatlich kommt der Nähkreis im Haus zusammen und baut seine „Werkstatt“ mit Nähmaschinen und allen benötigten Utensilien im Veranstaltungsraum auf. Der Termin wird im Haus veröffentlicht und so kann jeder vorbeikommen und seine Sachen abgeben. Der nachbarschaftliche Ratsch am Rande gehört selbstverständlich dazu. So geht es nicht nur um die handwerkliche Erledigung, sondern auch um die soziale Kontaktaufnahme und Beziehungsgestaltung. Der Nähkreis hat sich über die Jahre hinweg immer wieder verjüngt und erneuert. Die Zuverlässigkeit, die Freundlichkeit und Zugewandtheit gegenüber den Bewohnern sowie die Verbundenheit zum Alten- und Pflegeheim ist immer gleich geblieben.

Anneliese Rettig

Anneliese Rettig kommt seit mehr als 20 Jahren mit ihrer Gitarre (fast) alle zwei Wochen ins Alten- und Pflegeheim Ebenhausen. Eine dreiviertel Stunde lang singt sie mit den Bewohnern in der Kapelle. Zum Repertoire gehören bekannte und beliebte Volkslieder, die jahreszeitlich ausgewählt sind. Auch Kirchenlieder gehören dazu, sofern sie bekannt sind und gerne gesungen werden, denn das ist das Wichtige: die Freude am gemeinsamen Singen, unabhängig davon, ob mal jemand etwas aus dem Takt oder der Melodie fällt. Mitarbeitende der Pflege bringen die meist 40 Bewohner rechtzeitig in die Kapelle und holen sie auch wieder ab. Nicht nur die Sänger freuen sich auf den Nachmittag, auch diejenigen, die einfach gerne zuhören. Der Singkreis leistet neben der an sich schon wunderbaren Beschäftigung des Singens auch einen großen Beitrag zur Integration, Beschäftigung und Betreuung schwer Pflegebedürftiger. Frau Rettig betreibt ihre Tätigkeit mit unerschütterlicher Geduld, steter Zuverlässigkeit und Freude seit vielen Jahren, wofür nicht nur die Bewohner, sondern auch Angehörige und Mitarbeiter sehr dankbar sind.

Maria Risinger

Maria Risinger kümmert sich seit mindestens 20 Jahren um Ismaninger Senioren. Diese haben meist aus gesundheitlichen Gründen oder mangels eigenen Antriebs nicht mehr viele soziale Kontakte nach außen. Es sind vor allem Personen in ihrer Altersgruppe. Meist ehemalige Klassenkameradinnen aus der Volksschule Ismaning, die inzwischen im Bürgerstift Ismaning wohnen. Sie ist fast täglich dort, um sich mit ihnen zu unterhalten, spazieren zu gehen oder etwas zu besorgen. Es sind oft bis zu 10 Personen, um die sie sich abwechselnd kümmert. Auch um ihre Schwester, die seit 19 Jahren im Rollstuhl sitzt, kümmert sie sich liebevoll, so dass auch sie soziale Kontakte halten kann. Sie begleitet sie zu Veranstaltungen oder in die Kirche. Das Ganze macht Frau Risinger in Eigeninitiative. Sie ist aus dem sozialen Leben der Ismaninger Seniorinnen und Senioren nicht mehr wegzudenken. Ohne sie wären einige der Seniorinnen und Senioren sehr einsam.

Ingrid Stanglmeier

Ingrid Stanglmeier´s ehrenamtliches Engagement ist breitgefächert. Sie setzt sich in vielen verschiedenen Ebenen für die sozialen Belange der Bürgerinnen und Bürger in Garching ein. Seit über 10 Jahren ist sie als Hospizbegleitung im Hospizkreis der Nachbarschaftshilfe Garching tätig. Sie ist auch 2. Sprecherin der ARGE-Hospiz. Aufgrund ihrer früheren Tätigkeit bei der Stadt Garching ist sie mit der Stadtverwaltung gut vernetzt. Sie nimmt hierbei eine ehrenamtliche „Streetworker-Funktion“ ein, fungiert als Ansprechpartnerin für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort und erkundigt sich über mögliche Problemlagen. Zusätzlich setzt sie sich auch
über den Verein „Lebendiges Garching“ für die Stadt ein und war maßgeblich an der Bewerbung der Stadt Garching zur „Fair-Trade-Town“ beteiligt.

Tischdienst Maria Stadler Haus

Im Mai 1987 hob Rosemarie Sure den „Tischdienst Maria-Stadler-Haus“ aus der Taufe, als sie erfahren hat, dass im damals neu eröffneten Pflegeheim besonders zu den Mahlzeiten Unterstützung gebraucht wurde. Mit 10 Ehrenamtlichen fing es an. Heute widmen 25 Aktive ihre Zeit den Bewohnern, unterhalten sich mit ihnen oder hören einfach nur zu und bringen Abwechslung in den Alltag. Zudem entlasten sie auf diese Weise das Pflegepersonal. Besondere Unterstützung ist beim Essen nötig. Pünktlich zu den Mahlzeiten - morgens, mittags, abends - kommen die ehrenamtlichen Helfer und gehen den Bewohnern zur Hand. Sie nehmen sich Zeit, die dem Pflegepersonal im Alltag manchmal fehlt. Seit über 30 Jahren sind die Ehrenamtlichen im Einsatz. Einige der Damen sind seit Anfang an – ohne Unterbrechung – für den Tischdienst tätig. Sich über einen derart langen Zeitraum unablässig zu engagieren, ist deshalb etwas Besonderes, weil der Dienst an sich schon etwas Besonderes ist.

Erna Wessollek

Erna Wessollek engagiert sich seit 1993 ehrenamtlich in der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Seit dieser Zeit sammelt sie Spenden für den Volksbund Deutscher Kriegsgräber. Alljährlich ist sie bei der Haus- und Straßensammlung mit dabei. Unermüdlich und bei jedem Wetter geht sie von Haus zu Haus.

Monika Zeitler

Monika Zeitler engagiert sich seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Unterschleißheim. Ihr liegt das Wohl der Senioren, der Kinder, der Familien, der Menschen mit Behinderung und der ausländischen Mitbürger sehr am Herzen. Seit sehr vielen Jahren engagiert sie sich mit großem Elan und voller Tatkraft im Kuratorium der Unterschleißheimer Behinderten Werkstätte PERSPEKTIVE. Bis vor kurzem war sie Vorsitzende des Kuratoriums. Jetzt unterstützt sie als aktives Mitglied. Sie vermittelt den Betroffen und ihren Familien im wahrsten Sinne des Wortes eine „Perspektive“, begegnet ihnen mit ihrer herzlichen Art und Frohsinn und zeigt immer positive Zeichen des Wohlwollens. Sie gehört auch zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins „Freude im Alter“. Seither fungiert sie als stellvertretende Vorsitzende. Viele Jahre war sie Kinderpräsidentin des Faschingsclubs Weiß-Blau. Heute engagiert sie sich als Kinder-Ehrenpräsidentin.

Elke Zucker

Elke Zucker engagiert sich seit 2006 ehrenamtlich im VdK-Ortsverband Ismaning-Unterföhring. Seither war sie in verschiedenen Funktionen tätig. Seit 2010 ist sie 1. Vorsitzende. Sie versteht es, in ihrem Ortsverband in Zusammenarbeit mit der gewählten Vorstandschaft das Verbandsleben aktiv zu gestalten. Zu ihren Tätigkeiten in dieser Funktion zählen Kommunikation und Koordination innerhalb der ehrenamtlichen Vorstandschaft, Treffen der Vorstandsmitglieder organisieren und in Teamarbeit die Geschicke des Ortsverbandes und damit verbunden das Wohl der Mitglieder zu leiten. Dabei ist ihr immer der persönliche Kontakt zu den Mitgliedern sehr wichtig. Als Vertreterin der jüngeren Generation vertritt sie deren Interessen und kümmert sich um die Einbeziehung in das Verbandsleben. Sie engagiert sich für Inklusion und Barrierefreiheit. Frau Zucker verfügt über – die für das Ehrenamt so wichtigen – sozialen Kompetenzen, wie z.B. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und vor allem Einfühlungsvermögen.