Die Integreat-Wohnraumbörse

Kurzfristig Wohnraum mit Integreat vermitteln

Wohnraum ist ganz besonders im Großraum München ein knappes Gut. Ohne die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung wäre es nicht gelungen, die rund 4.000 Geflüchteten, die seit Ende Februar im Landkreis angekommen sind, innerhalb kürzester Zeit zu beherbergen. Der Landkreis München errichtet derzeit zahlreiche Unterkünfte, um kurzfristig möglichst viele zusätzliche Unterbringungskapazitäten schaffen. Doch auch Containeranlagen oder Traglufthallen sind nicht innerhalb weniger Tage aufgestellt – und vor allem auch keine Lösungen auf Dauer. Privat vermittelter Wohnraum wird daher auch in den kommenden Monaten eine wichtige Rolle spielen.

Über die Integreat-App können ab sofort Anbieter und Wohnungssuchende unkompliziert zusammengebracht werden. Wer Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, kann diesen ganz einfach mithilfe eines Online-Formulars in der Integreat-App veröffentlichen. Hierfür sind weder Benutzerkonto noch Passwort oder Login notwendig.

Die Integreat-App löst die in der Anfangszeit dankenswerterweise von der Caritas übernommene Vermittlung privater Wohnangebote ab und stellt für alle Beteiligten eine leicht handhabbare, praktikable Lösung dar.

Wohnraum anbieten

Wohnraum finden

Häufige Fragen und Antworten

Derzeit möchten viele hilfsbereite Bürger privaten Wohnraum für ukrainische Geflüchtete anbieten. Damit tragen sie dazu bei, Menschen in Not unbürokratisch und wirksam zu unterstützen. Wenn auch Sie Geflüchtete aufnehmen möchten, sollten Sie sich im Vorfeld überlegen, wie lange eine private Unterbringung bei Ihnen möglich ist, welche persönliche Begleitung Sie leisten können und welche Erwartungshaltungen damit verbunden sind. Hilfreiche Empfehlungen und Hinweise wurden beispielsweise von der Caritas oder von ProAsyl herausgegeben.

Eine kurzfristige Schlafmöglichkeit bietet zwar zunächst Sicherheit und ein Dach über dem Kopf, um eine dauerhafte und nachhaltige Lösung handelt es sich allerdings nicht. Viele Geflüchtete werden eine mittel- oder langfristige Perspektive benötigen. Sie sollten die Möglichkeit bekommen, zur Ruhe zu kommen und ihre persönlichen Angelegenheiten zu regeln und nicht dem Stress ausgesetzt sein, sich nach kurzer Zeit erneut auf Wohnungssuche zu begeben.

Geflüchtete, die zunächst privat untergekommen sind, nun aber eine Anschlussunterbringung benötigen, sollten sich vorrangig um eine andere private Wohnmöglichkeit bemühen, da ausreichende Unterbringungskapazitäten des Landkreises München erst im Aufbau sind und noch nicht zu Verfügung stehen. Hier kann beispielweise auf die Wohnraumbörse der Integreat App zurückgegriffen werden.

Geflüchtete aus der Ukraine, die einen Aufenthalt nach § 24 AufenthG erhalten können, sind berechtigt, soziale Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylblG) zu beantragen. Bedarfe für Miete und Nebenkosten können davon gedeckt werden. Voraussetzung dafür ist, dass ein offizieller Mietvertrag oder Untermietvertrag zwischen der hilfesuchenden und der vermietenden Person geschlossen wird. Die Mietkostenübernahme bemisst sich an der wohnortbezogenen Mietobergrenzen. Mehr dazu hier: Mietobergrenzen für Empfänger von Leistungen nach dem SGB II und XII

Im Landkreis München ist das Sachgebiet 2.3.2.3 "Leistungen nach dem AsylblG" für die Übernahme von Kosten der Unterkunft sowie für die individuelle Prüfung und Genehmigung der Mietverträge zuständig. Wichtig ist, dass der Mietvertrag vor der Unterzeichnung an das Sachgebiet übermittelt wird.

Der Mietvertrag kann per E-Mail an asyl-leistung@lra-m.bayern.de oder per Post an
Landratsamt München
Sachgebiet 2.3.2.3 - Leistungen nach dem AsylbLG
Mariahilfplatz 17
81541 München

an die Asylbewerberleistungsabteilung des Landratsamt München versendet werden. Eine persönliche Vorsprache ist nicht notwendig.

Asylsuchende und Geflüchtete sind nicht automatisch haftpflichtversichert. Sie dürfen aber eine private Haftpflichtversicherung abschließen. Erste Versicherungsanbieter bieten einen erweiterten Versicherungsschutz für Vermieter und Gastgeber an. Erkundigen Sie sich daher vor der privaten Aufnahme von Geflüchteten bei Ihrem Versicherungsanbieter.

Wenn Sie privat entscheiden, Wohnraum zur Verfügung zu stellen und dafür keine Kosten von den Geflüchteten einfordern möchten, können Sie dies in eigener Verantwortung tun. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an Beratungsstellen oder Anwälte zum Mietrecht.

Eine Zeitspanne von 6 bis 8 Wochen gilt als erlaubnisfreier Besuch. In diesem Zeitraum dürfen Mieter Menschen in eine Mietwohnung aufnehmen, ohne um Erlaubnis der Vermieterin oder des Vermieters zu fragen. Darunter fällt auch die besuchsweise Aufnahme von Geflüchteten. Spätestens bei einem länger andauerndem Besuch jedoch sollten Vermieter informiert werden, um keine Kündigung des Mietverhältnisses zu riskieren.

Ja, Sie können einen Zuschuss auf Wohnnebenkosten zeitlich begrenzt für die Monate März bis einschließlich Mai 2022 beantragen. Für jeden Monat ist eine gesonderte Antragstellung erforderlich. Der Online-Antrag ist hier abrufbar:  Online Antrag Wohnnebenkosten (Ukraine)

Eine persönliche Vorsprache im Landratsamt ist nicht erforderlich. Alternativ kann das Antragsformular ausgedruckt und postalisch unter folgender Adresse an das Landratsamt gesendet werden:
Landratsamt München
Sachgebiet 4.6.3.2 – Flüchtlingsunterbringung
Postfach 90 07 51
81507 München
Weitere Informationen finden Sie hier: Zuschuss zu Wohnnebenkosten (Ukraine)

Die Voraussetzungen, Zuschüsse zu Wohnnebenkosten zu erhalten, sind,

  • dass die geflüchtete Person bei Ihnen wohnt, ohne dafür Miete zahlen zu müssen,
  • dass die geflüchtete Person bei der Ausländerbehörde im Ausländerzentralregister (AZR) gemeldet ist.

Der Zuschuss zu den Wohnnebenkosten wird als Pauschalbetrag ausgezahlt. Für jeden vollen Monat, in dem Sie erwachsene Geflüchtete aufgenommen haben, erhalten Sie 65 Euro, für geflüchtete Kinder bis zum 15. Geburtstag sind es 50 Euro pro Person. Es wird tagesgenau anhand der tatsächlichen Aufenthaltstage abgerechnet.