Energiepreis 2013

10.000 Euro und Anerkennungsurkunden für die Klimaschutzprojekte.

Am 5. Dezember 2013 verlieh Landrätin Johanna Rumschöttel im Landratsamt München die diesjährigen Energiepreise des Landkreises München. Alle ausgezeichneten Projekte haben eines gemeinsam: Sie erfüllen die Energievision des Landkreises mit Leben.
Mit seiner 2006 verabschiedeten Energievision strebt der Landkreis München nach einem hohen Ziel: den Energieverbrauch um 60 Prozent bis zum Jahr 2050 zu reduzieren und die restlichen 40 Prozent durch den Einsatz regenerativer Energiequellen abzudecken. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger ist dabei unerlässlich und hoch geschätzt.

In der Kategorie "Haushalt" wurden in diesem Jahr alle drei Preise vergeben.

Familie Blöchinger aus Hohenbrunn erhielt den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis. Die Auszeichnung wird für die Gesamtheit der energietechnischen Maßnahmen vergeben. Die im Jahr 2003 erbaute Doppelhaushälfte verfügt über eine zentrale Lüftungsanlage, eine Grundwasserwärmepumpe, eine thermische Solaranlage mit 10,4 m² Flachkollektorfläche, einem Holzofen, der an die Zentralheizung angeschlossen ist sowie eine Photovoltaik-Anlage mit 15,4 kWp Leistung. Zusätzlich ist im Haus eine komplette Brauchwasserversorgung für die Außenwasserhähne, die Toilettenspülung und die Waschmaschine verlegt worden. Komplettiert wird die Energieversorgung durch eine ebenso konsequente Auswahl der Energieverbrauchsgeräte. So ist eine Warmwasser-Waschmaschine vorhanden und die Geschirrspülmaschine am Warmwasser-Anschluss angeschlossen. Im gesamten Haus wurden die häufig eingesetzten Beleuchtungen auf LED-Technik umgestellt. Diese Investitionen zeichnen sich im Ergebnis durch sehr gute Werte sowohl beim Strom- als auch beim Wärmeverbrauch aus.
Der Wärmeverbrauch dieses Gebäudes liegt bei 32 kWh/m² Endenergie, 83 kWh/m² Primärenergie. Insgesamt wird mehr Strom ins öffentliche Netz eingespeist, als im Haus verbraucht wird.

Familie Westermann aus Baierbrunn erhielt den mit 3.000 Euro dotierten zweiten Preis. Das im Jahr 2012 gebaute Einfamilienhaus wurde ursprünglich als Passivhaus geplant und berechnet. Wegen der Verschattung des Nachbargebäudes konnte der Heizwärmebedarf von 15 kWh/m² (jetzt 24 kWh/m²) Bezugsfläche nicht erreicht werden.
Das Haus entspricht den Anforderungen eines KfW-Effizienzhauses 40, die von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) festgelegt wurden. Das KfW-Effizienzhaus-40 stellt die höchste Förderungsstufe für energieeffiziente Wohnimmobilien dar.
Eine Photovoltaikanlage mit 7,2 kWp und eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden sichern die Energieversorgung des Hauses. Ein Kombigerät Wärmepumpe/Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wurde ebenso wie ein 300 l Warmwasserspeicher installiert. Insgesamt liegt hier ein gelungenes Neubaukonzept aus der Kombination eines hochwertigen energetischen Gebäudezustandes mit der Erzeugung erneuerbarer Energien unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte vor.
Dank dieser Maßnahmen liegt der Stromverbrauch für die Heizung, Warmwasser und Haushaltstrom bei sehr guten 27 kWh/m²Endenergie oder 71 kWh/m² Primärenergie.

Familie Gusic aus Hohenbrunn erhielt den mit 2.000 Euro dotierten dritten Preis. Die Auszeichnung wird für kontinuierliche energetische Sanierungen bzw. dem Einsatz erneuerbarer Energien, zum Teil lange bevor diese im Baugewerbe Allgemeingut waren, vergeben.
So wurde bereits 1994 eine Gasbrennwertheizung in Kombination mit einer 4m² Solarthermieanlage eingebaut und die Kollektorfläche bis heute auf 14 m² verdoppelt.
Dach und Außenwände wurden sukzessive gedämmt sowie die Fenster mit 3-fach Verglasung versehen. Die thermische Solaranlage wurde zwischenzeitlich mit einem Pufferspeicher von 5.000 l versehen. 2011 wurde eine 148 m² PVAnlage ergänzt.
Durch diese kontinuierlichen energetischen Sanierungen konnte bei Berücksichtigung des Baujahres (1948 sowie 1964) eine beachtliche Reduzierung des Heizwärmeverbrauches erzielt werden.
Der Wärmeverbrauch liegt jetzt bei 126 kWh/m² Endenergie anstatt bei 250 - 350 kWh/m², wie sie für Gebäude dieser Baujahre durchaus üblich sind.

In der Kategorie "Gemeinden, öffentliche Einrichtungen und Gesellschaften" wurden zwei Anerkennungsurkunden an die Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG und die Erdwärme Grünwald GmbH verliehen. Diese interkommunale Zusammenarbeit, ist in ökonomischer und ökologischer Hinsicht sinnvoll und wünschenswert. 

Seit dem 11. April 2013 sind die beiden Geothermie-Bohrstellen in Laufzorn und Unterhaching über eine Fernwärmeleitung verbunden und einsatzbereit. Von dem Wärmeverbund profitieren beide Geothermie-Gesellschaften und damit beide Gemeinden, denn Grünwald lastet seine Bohrung aus und Unterhaching deckt seinen Energiebedarf für das Kalina-Stromkraftwerk. Zudem liefern sich die Erdwärme Grünwald und die Geothermie Unterhaching jetzt bei Wartungsarbeiten an der Förderbohrung oder an der Obertageleitung CO2-freie Wärme aus Geothermie. Bisher mussten Grünwald und Unterhaching ihre Wärmeerzeugung dann kurzzeitig auf Öl umstellen. Das war nicht regenerativ und kostspielig dazu.