Die Zukunftsaktie des Landkreises München

Klimaschutz wirksam und unmittelbar vorantreiben

Der Klimawandel ist die zentrale gesamtgesellschaftliche Herausforderung unserer Zeit. Der notwendige Wandel hin zu einer klimafreundlichen und enkeltauglichen Gesellschaft kann deshalb nur mit dem Engagement jedes Einzelnen gelingen.

Mit dem Förderinstrument „Zukunftsaktie“ gibt das Landratsamt München zusammen mit seinem Partner, der Energieagentur Ebersberg-München, ab dem Jahr 2021 jedem Bürger und jeder Bürgerin, aber auch Unternehmen und öffentlichen Institutionen und Kommunen, die Möglichkeit, Klimaschutz durch das Crowdfunding von Klimaschutzprojekten voranzutreiben. Und das gerade auch vor der eigenen Haustüre: vor Ort im Landkreis München.

Eine „Zukunftsaktie“ kann für 10 Euro erworben werden und ist mit einem Wert von mindestens einer Tonne CO2 hinterlegt. Jeder Käufer kann entscheiden, in welcher Höhe der persönliche CO2-Fußabdruck bzw. die nicht vermeidbaren CO2-Emissionen durch die Finanzierung von Klimaschutzprojekten ausgeglichen werden soll.

Das Förderinstrument besteht aus zwei Komponenten: Mit einem Teil des investierten Geldes werden ausgewählte Klimaschutzprojekte im Landkreis München finanziert; mit einem weiteren Teil werden Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützt.

Crowdfunding für Klimaschutzprojekten im Landkreis

Käufer der Zukunftsaktie können durch den Kauf gezielt, schnell umsetzbare und nachweislich wirksame Klimaschutzprojekte im Landkreis mittels eines Crowdfunding-Mechanismus zur Umsetzung zu bringen. Jeder Käufer entscheidet dabei direkt beim Kauf der Zukunftsaktie, welches Projekt unterstützt werden soll. Auf lokaler Ebene liegt der Schwerpunkt der Projektförderung auf der Vermeidung von Emissionen (z. B. durch den Zubau von Erneuerbaren Energien) sowie der Speicherung von Kohlendioxid (z.B. durch gezielten Humusaufbaus in der Landwirtschaft) aus der Atmosphäre.

Unterstützung von globalen Klimaschutzprojekten

Um einen möglichst großen Nutzen für den Klimaschutz zu generieren, werden mit dem zweiten Teil des investierten Geldes Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern - über den Kauf von CO2-Zertifikaten am freiwilligen Markt – finanziert. Zugrunde liegt die Tatsache, dass es keine Rolle spielt an welchem Ort ein Klimaschutzprojekt wirkt – der Klimawandel macht ja bekannterweise nicht an einer Landesgrenze halt. Außerdem kann eine CO2-Vermeidung in Entwicklungs- und Schwellenländern äußerst kosteneffiziente verwirklicht werden, d. h. pro eingesetztem Euro kann deutlich mehr CO2 vermieden werden als im Landkreis München. Langfristiges Ziel ist es jedoch, die Klimaschutzprojekte im Landkreis möglichst wirksam zu gestalten und weiter auszubauen, sodass die Finanzierung von Projekten über CO2-Zertifikate schrittweise geringer werden kann.

Die Schritte bis zum Start der Zukunftsaktie 2021

Um mit guten Beispiel voranzugehen und dem Förderinstrument eine erste Anschubfinanzierung zu geben, hat das Landratsamt München bereits für das Jahr 2019 Klimaschutzprojekte finanziert – und zwar in der Höhe der ausgestoßenen CO2-Emissionen der Liegenschaften, die im Verantwortungsbereich des Landratsamts liegen. Erklärtes Ziel des Landratsamts ist es, dass durch die Maßnahmen des Umweltmanagements der CO2-Austoß der Liegenschaften kontinuierlich kleiner wird.

Für das Jahr 2020 werden, nach dem Beschluss des Kreistags des Landkreises München vom Sommer 2019, im nächsten Schritt Zukunftsaktien in Höhe der durch die 29 Landkreiskommunen ausgestoßenen CO2-Emissionen gekauft und somit wiederum lokale und globale Klimaschutzprojekte finanziert. Auch für die kommunalen Emissionen gilt die Vorgabe im Rahmen der Landkreisweiten 29++ Klima.Energie.Initiative einer kontinuierlichen Senkung CO2-Emissionen.

Vor der Einführung des Förderinstruments im Jahr 2021 werden derzeit geeignete lokale Projekte identifiziert und unter anderen Kriterien für den Kauf von globalen CO2-Zertifikaten nach Umwelt-, Sozial und Menschenrechtsstandards erarbeitet. Ein wichtiger Baustein der Zukunftsaktie ist auch die Teilnahme von Unternehmen und Kommunen. Hierfür werden bis Ende des Jahres 2020 zielgruppenspezifische Lösungen entwickelt.

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Warum braucht es die Zukunftsaktie?

Der Klimawandel und seine Folgen stellen uns, wie ein IPCC Sonderbericht aus dem Herbst 2018 unterstreicht, vor enorme Herausforderungen und verlangen nach schnellen, weitreichenden und kurzfristig messbaren Maßnahmen. Um den Klimawandel beherrschbar zu halten, muss laut dem Sonderbericht die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten begrenzt werden. Durch den ambitionierten Zubau der erneuerbaren Energien und durch ehrgeizige Effizienzsteigerung sowie Suffizienz, die Änderung der vorherrschenden Konsummuster, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Treibhausgasausstoß mittel- bis langfristig vermindert. Dennoch macht die aktuelle Situation deutlich, dass Sofortmaßnahmen notwendig sind, um die Übergangszeit zu gestalten, die innerhalb von drei bis fünf Jahren einen direkt messbaren Nutzen bringen.

Die Zukunftsaktie bildet den Rahmen für diese Sofortmaßnahmen und ermöglicht es den Klimaschutz durch die Förderung von kurzfristig wirksamen Klimaschutzprojekten im Landkreis München und in Entwicklungs- und Schwellenländern gemeinsam voranzutreiben. Analog zu Aktien am Kapitalmarkt können die Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen des Landkreises München, über den Kauf der Zukunftsaktie, einen Anteil an der Gestaltung einer klimagerechten Zukunft erwerben. Ebenso profitieren Sie direkt von einer „Dividendenausschüttung“ in Form einer enkeltauglichen und lebenswerten Zukunft.

 

Unsere Leitlinie "Vermeiden – Reduzieren – Ausgleichen"

Der Anspruch der Zukunftsaktie ist es, jeden einzelnen zu motivieren und durch gezielte Information zu befähigen, sich in erster Linie dafür einzusetzen, die eigenen Emissionen bestmöglich zu vermeiden und auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei steht beispielsweise die Energieagentur Ebersberg-München kompetent mit einem großen individuellen Beratungsangebot zur Seite. Nur bei dem Ausgleich der nicht vermeidbaren Restemissionen kann von einem sinnvollen CO2-Ausgleich im Sinne der Zukunftsaktie gesprochen werden. Denn: C02-Ausgleich ist nicht ausreichend, um das globale Problem und die gesamtgesellschaftliche Herausforderung des Klimawandels zu lösen.

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Ansprechpartnerin
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