Zukunftsaktie

Der klimaneutrale Landkreis München – Morgen mehr Möglichkeiten

Klimagerechtigkeit: Zukunftsverantwortung und Generationensolidarität

2018 geht als das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein. Ein Sommer, der gefühlt schon im April begann und erst im Oktober endete, machte 2018 zum wärmsten je bei uns gemessenen Jahr. Im Jahresdurchschnitt lag die Lufttemperatur in Bayern bei 9,9 Grad Celsius. Und damit 2,4 Grad über dem langjährigen Mittelwert der Vergleichsperiode von 1961 bis 1990.

Der Klimawandel manifestiert sich bekanntlich in Extremwetterereignissen wie Stürme, Dürren oder Hitzesommer mit einhergehenden Ernteausfällen, die auch in zunehmendem Maße im Landkreis München spürbar werden. Der ungewöhnlich heiße Sommer 2018 ist uns noch im Gedächtnis und hat auch im Landkreis München zu extremer Trockenheit geführt. Dieser Entwicklung müssen wirksame Maßnahmen entgegensetzt werden.

Der Weltklimarat IPCC, dessen Aufgabe es ist, weltweit wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel und dessen Folgen zu bündeln und den Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen, prognostiziert in seinem im Herbst 2018 veröffentlichten Sonderbericht, dass ein zunehmender Klimawandel das Wirtschaftswachstum global verlangsamt, die Ernährungssicherheit gefährdet, soziale Ungleichheit verschärft und damit die Gefahr von Konflikten und verstärkter Migration hervorrufen kann. Der Sonderbericht des IPCC stützt sich auf rund 6.000 aktuelle wissenschaftliche Beiträge und stellt eine der maßgeblichen wissenschaftlichen Grundlagen für die Umsetzung des Klimaabkommens von Paris dar. Neben den 91 Hauptautorinnen und -autoren arbeiteten 133 weitere Forscherinnen und Forscher daran mit.

Um den Klimawandel beherrschbar zu halten, muss laut dem Sonderbericht des IPCC die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten begrenzt werden. Notwendig seien dafür laut IPCC „schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen“. Wissenschaftler des IPCC warnen: "Die kommenden Jahre sind vermutlich die wichtigsten in der Menschheitsgeschichte“. Sollte das 1,5 Grad-Ziel verfehlt werden, drohen den Wissenschaftlern zufolge, dramatische Folgen für das Leben auf der Erde. Jede weitere Erwärmung über die 1,5 Grad hinaus, vergrößert die Gefahr lang anhaltender und nicht mehr umkehrbarerer Prozesse, wie etwa dem Verlust von Ökosystemen.

Für die 1,5 Grad Zielerreichung berechnet der IPCC als konkrete Maßnahmen:

•  Bis 2030 Reduktion der Treibhausgasemissionen um 45 Prozent gegenüber dem Wert von 2010.
•  Bis 2050 Reduktion der Treibhausgasemissionen um 100 Prozent (=CO2-Neutralität).  

Laut IPCC verursachen die zehn reichsten Prozent der Weltbevölkerung rund 50 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase. Hauptleidtragende sind vorrangig die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, die wenig zum Problem beigetragen haben. Sich der globalen Verantwortung bewusst zu machen, den Klimawandel mit allen Kräften möglichst einzuschränken und für Folgen und Schäden des Klimawandels einzustehen ist ein zentraler Punkt unserer Zeit.

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Der Rahmen: Die Zukunftsaktie

Der Klimawandel und seine Folgen stellen uns, wie der IPCC Sonderbericht unterstreicht, vor enorme Herausforderungen und verlangen nach schnellen, weitreichenden und kurzfristig messbaren Maßnahmen. Durch den ambitionierten Zubau der erneuerbaren Energien und durch ehrgeizige Effizienzsteigerung sowie Suffizienz, die Änderung der vorherrschenden Konsummuster, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Treibhausgasausstoß mittel- bis langfristig vermindert. Dennoch macht die aktuelle Situation deutlich, dass Sofortmaßnahmen notwendig sind, um die Übergangszeit zu gestalten, die innerhalb von drei bis fünf Jahren einen direkt messbaren Nutzen bringen.

Die Zukunftsaktie des Landkreises München bildet einen Rahmen für die angesprochenen Sofortmaßnahmen, um den Weg hin zur Klimaneutralität zu ebnen und macht den Landkreis München zum absoluten Vorreiter in diesem Bereich. Der Mechanismus der Zukunftsaktie ermöglicht dabei die gleichzeitige Umsetzung von lokalen Klimaschutzprojekten mit messbarem Nutzen sowie die Förderung von globalen Klimaschutzprojekte mit direkter CO2-Vermeidung. Durch den Kauf einer Zukunftsaktie zum Stückpreis von 10 Euro (Stand September 2019) wird der Atmosphäre eine Tonne CO2 langfristig und nachweislich entzogen.

Die Kombination der lokalen und der globalen Komponente stellt sicher, dass zum einen vor Ort im Landkreis die Möglichkeiten zur CO2-Vermeidung ausgeschöpft werden. Zum anderen kann durch die globalen Projekte bei gleichzeitiger CO2-Vermeidung eine nachhaltige Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützt werden.

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Investition in messbar klimawirksame globale und lokale Projekte

Die Erlöse, die über den Verkauf von Zukunftsaktien generiert werden, finanzieren direkt lokale und globale Projekte, die eine messbare Klimawirksamkeit aufweisen. Durch den Kauf einer Zukunftsaktie wird dem Käufer garantiert, dass je erworbener Aktie eine Tonne CO2 der Atmosphäre langfristig und nachweislich entzogen wird. Die Emissionsvermeidung bzw. -bindung, die durch lokale Projekte generiert wird, kommt als zusätzlicher Nutzen hinzu.

Die lokalen Projekte sollen wenn möglich weit mehr als nur eine reine Reduktion oder Minderung von Emissionen darstellen, sondern auch die biologische Vielfalt schützen (Biodiversität). Hierzu zählen z. B. die Renaturierung von Mooren, der Humusaufbau, oder die Förderung von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien, wie z. B. PV-Anlagen in Schulen, Kindergärten oder Sportstätten.

Für die Förderung von globalen Projekten gilt das Prinzip des CO2-Ausgleichs. Dieses beruht auf dem Gedanken, dass es für das Klima nicht entscheidend ist, an welcher Stelle Treibhausgase ausgestoßen oder vermieden werden. Daher lassen sich an einer Stelle verursachte Emissionen auch an einer weit entfernten Stelle ausgleichen. Zugrunde liegt die Tatsache, dass eine CO2-Vermeidung in Entwicklungs- und Schwellenländern kosteneffizienter verwirklicht werden kann, d. h. pro eingesetztem Euro kann deutlich mehr CO2 vermieden werden als im Landkreis München. Neben der kostengünstigen Möglichkeit, Emissionen auszugleichen, steht der positive Effekt, Länder direkt bei der nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen.

Globale Klimaschutzprojekte können z. B. Wiederaufforstungsprojekte oder Erneuerbare-Energien-Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern sein. Voraussetzung ist stets, dass das jeweilige Projekt ohne die Erlöse der Emissionszertifikate am freiwilligen Markt nicht hätte durchgeführt werden können (Zusätzlichkeit). Die Projektumsetzung, welche durch einen Projektentwickler realisiert wird, erfolgt unter strenger Aufsicht und Kontrolle, zertifiziert nach internationalen Standards durch unabhängige Dritte. Die gebundenen Treibhausgase generieren pro vermiedener Tonne CO2 ein Zertifikat am sog. freiwilligen Markt.

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Die Zukunft gemeinsam enkeltauglich gestalten – die Leitlinien der „Zukunftsaktie“:

Analog zu Aktien am Kapitalmarkt können die Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen des Landkreises München, über den Kauf der Zukunftsaktie, einen Anteil an der Gestaltung einer klimagerechten Zukunft erwerben. Ebenso profitieren Sie direkt von einer „Dividendenausschüttung“ in Form einer enkeltauglichen und lebenswerten Zukunft.

Durch die Zukunftsaktie erhalten Sie die Möglichkeit, den klimaneutralen Landkreis München mitzugestalten. Dabei ist völlig freigestellt, in welcher Höhe die Emissionen kompensiert werden. Es können auch nur Teile des CO2-Fußabdrucks oder sogar eine den eigenen CO2-Fußabdruck übersteigende Menge (Stichwort: Klima positiv), ausgeglichen werden.

Wichtig ist, dass dabei die Leitlinie des Mechanismus, „Vermeiden – Reduzieren – Ausgleichen“, zum Tragen kommt. Jeder einzelne muss sich dafür einsetzen CO2-Emissionen im ersten Schritt zu vermeiden und nicht vermeidbare Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei steht Ihnen die Energieagentur Ebersberg-München  kompetent mit einem großen individuellen Beratungsangebot zur Seite. Erst der Rest, der nicht mehr vermieden oder reduziert werden kann, kommt für einen Ausgleich in Frage.

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Die Zukunftsleitlinien

Es gilt das Prinzip der Nachhaltigkeit „Vermeiden - Reduzieren – Ausgleichen“: Erst wenn sich Treibhausgase zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr vermeiden oder reduzieren lassen, kommt deren Ausgleich in Betracht.

Der Mechanismus ist als Sofortmaßnahme zur Erreichung der Klimaschutzziele zu sehen und ergänzt die 29++ Klima- und Energieinitiative um einen weiteren Baustein. Die auszugleichende Menge an Emissionen wird, mit dem weiteren Voranschreiten der 29++ Initiative, immer geringer.

Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie Kommunen im Landkreis müssen sich bewusst sein, dass der CO2-Ausgleich nicht als Lizenz zu umweltschädlichen Handeln betrachtet werden darf. CO2-Ausgleich allein ist nicht ausreichend, um das globale Problem des Klimawandels zu lösen.

Der Fokus des Landkreises München liegt weiterhin auf der CO2-Vermeidung durch den Zubau von erneuerbaren Energien, der Steigerung der Energieeffizienz sowie der Bewusstseinsbildung.

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Der Weg zur Klimaneutralität

Im ersten Schritt werden noch 2019 die Emissionen aller Liegenschaften, die im Verantwortungsbereich des Landratsamts München liegen, durch Zukunftsaktien ausgeglichen. Bereits 2020 folgen die 29 Kommunen mit der Gesamtheit der kommunalen Emissionen. Ab etwa 2021 sollen Unternehmen sowie die Bürgerinnen und Bürger ebenfalls die Möglichkeit haben, ihre Emissionen durch die Zukunftsaktie auszugleichen.

Ansprechpartnerin
Frau Reisner

Telefon:
089 / 6221-1970
Fax:
089 / 6221 44-1970
Zimmer:
F 3.06
Bereich:
3.3.2.1

Ansprechpartner
Herr Dr. Wolf

Telefon:
089 / 6221-1592
Fax:
089 / 6221 44-1592
Zimmer:
F 3.04
Bereich:
3.3.2.1