Sozialraumanalyse

Der Landkreis München entwickelt sich rasant. Nachdem sich die Zahl der in den 29 Landkreisgemeinden lebenden Menschen seit 1970 auf über 343.000 verdoppelt hat, wird der bevölkerungsreichste Landkreis Bayerns laut Prognose des Statistischen Landesamts im Jahr 2035 bereits 390.000 Einwohner zählen.

Den steten Zuzug an neuen Bürgern verdankt der Landkreis seiner Nähe zur Landeshauptstadt, einer guten Lebensqualität und einer hohen ökonomischen Anziehungskraft. Damit das Münchner Umland zwischen Unterschleißheim, Haar, Sauerlach und Gräfelfing auch in Zukunft seine wirtschaftliche Stärke und guten Lebensbedingungen für alle seine Bewohner sichern bzw. weiter ausbauen kann, müssen Politik und Verwaltung die sich im Landkreis abzeichnenden gesellschaftlichen Entwicklungen rechtzeitig erkennen und aktiv gestalten. Herausforderungen wie der steigende Bedarf an Wohnraum und Kinderbetreuung, die Integration Geflüchteter oder drohende Altersarmut lassen sich nur durch ein strategisches Vorgehen bewältigen.

Mit der Bildung von ressortübergreifenden Projektgruppen zur Gewinnung von Fachkräften, der lebensraumnahen Unterstützung von Hilfebedürftigen und der Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements von Senioren haben die Einrichtungen des Landratsamts im Jahr 2018 einen wichtigen Schritt zur Mitgestaltung der künftigen ökonomischen und sozialen Entwicklung unternommen. Für die konkrete Planung und Durchführung von Maßnahmen in diesen Handlungsfeldern und zur Klärung, welche weiteren Themen von sozialpolitischer Relevanz sind, bedarf es einer sorgfältigen Analyse der sozialen und gesellschaftlichen Situation des Landkreises.

Der vorliegende Sozialbericht soll durch die Bereitstellung und Auswertung von sozialstatistischen Daten zu den Lebensbedingungen und -chancen der Bewohner des Landkreises einen wichtigen Beitrag hierzu leisten: Nach der Darstellung der demographischen Entwicklung (Kapitel 1) werden Umfang und Verteilung bei den Einkommen, der Verschuldung und dem Bezug von Transferleistungen erläutert (Kapitel 2). Die Beschreibung der Lebenslagen der Familien fußt auf der größten Bandbreite der verfügbaren Daten und gibt Aufschluss zur Entwicklung und Situation von Kindern, Jugendlichen und Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf (Kapitel 3). Kürzer fällt die Betrachtung der Lage am Arbeitsmarkt, beim Wohnen und der Pflege und Gesundheit aus (Kapitel 4-6). Einen Überblick, in welchen Gemeinden oder Regionen des Landkreises sich der soziale Befund verschlechtert hat oder sich ggf. Probleme kumulieren, bietet der Jugendhilfe- und Sozialindex (Kapitel 7). In der Schlussbetrachtung werden die landkreisspezifischen Ausprägungen gesellschaftlicher Ungleichgewichte zusammengefasst und als sozialpolitische Themenfelder skizziert (Kapitel 8).

Für den Bericht werden Daten aus dem Jahr 2016 ausgewertet. Um die soziale Lage im Landkreis München künftig auch hinsichtlich ihrer Entwicklung beschreiben zu können, sollen die für 2016 erhobenen Daten fortan regelmäßig aktualisiert werden. Ebenso ist geplant, das Berichtwesen zu verstetigen. Das Ziel ist eine dauerhafte Sozialberichterstattung, die fortlaufend datenbasiertes Wissen zum Zustand und der Entwicklung der sozialen Lage im Landkreis München erbringt. Die Ergebnisse der Sozialberichte sollen eine zielgenauere und effizientere Sozialplanung und -steuerung ermöglichen. In erster Linie an die Akteure in Politik und Verwaltung adressiert, wird mit der Veröffentlichung auch eine Resonanz unter sozial engagierten Bürgerinnen und Bürgern erhofft.