Mietrad im Landkreis München

Zuwendung des BMUB im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI)


Angaben zur Förderung:

Titel: "NKI: Pilotprojekt zur Einführung eines landkreisweiten Mietradsystems, Landkreis München"
Laufzeit: 01.09.2017 bis 31.08.2019
Förderkennzeichen: 03KBR0043
Partner: Landkreis München, Landeshauptstadt München

Ziele und Inhalt des Projekts

Der Landkreis München führt aktuell ein Mietradsystem ein, das kompatibel zu dem in der Landeshauptstadt München ist. Das Mietrad stellt eine Erweiterung des ÖPNV-Angebots im Landkreis dar und hat das Ziel, die Attraktivität des Radfahrens zu steigern.

Durch die Erweiterung des Angebotes sollen Fahrten vom motorisierten Individualverkehr (MIV) auf die intermodale Wegekette - ÖPNV in Verbindung mit Mietrad – verlagert werden, indem auch Ziele innerhalb des Landkreises München angebunden werden, die bisher nicht durch den ÖPNV bedient werden. Dementsprechend werden die Mieträder an zentralen Haltestellen des ÖPNV-Systems (S-Bahn, U-Bahn, Tram und wichtige Bushaltestellen) zur Überwindung der "letzten Meile" bis zum individuellen Ziel bereitgestellt. Ziel war es, das Mietradsystem möglichst flächendeckend im Landkreis München einzuführen. Die tangentialen Verknüpfungen zwischen den Landkreis-Kommunen, ohne den Umweg über das Gebiet der Landeshauptstadt München sollen so gefördert werden. Das Projekt soll außerdem dazu beitragen, dass die intermodalen Verkehrsbeziehungen in der Region gestärkt werden.

Mit dem Mietradsystem soll durch eine Reduzierung des MIV zudem eine Reduzierung der verkehrsbasierten Treibhausgasemissionen stattfinden. CO2-Einsparungen ergeben sich dabei nicht nur auf der mit dem Mietrad zurückgelegten Strecke, sondern auch bei der Nutzung des ÖPNV.

Die Kompatibilität zum System der Landeshauptstadt München gewährleistet, dass Räder sowohl im Stadtgebiet als auch im Landkreis gemietet und abgeben werden können – So wird das System den engen verkehrlichen Beziehungen in der Region gerecht. Der Landkreis München kooperiert hier mit der Landeshauptstadt München. Letztere betraut ihr Tochter-Unternehmen, die Stadtwerke München (SWM)/Münchner Verkehrs Gesellschaft (MVG) mit dem Aufbau und Betrieb des Systems. Diese Aufteilung ist aus rechtlichen Gründen gegeben, da sich nur so ein durchgängiges System zwischen dem Landkreis und der Landeshauptstadt realisieren lässt.

Zielgruppen:

Primär richtet sich das Angebot an Berufspendler und Studenten. Durch das Mietrad soll diesen Zielgruppen das Erreichen ihrer Ziele erleichtert werden. Die Planbarkeit von Reisen mit dem ÖPNV soll erhöht, Ziele, die bisher nur schwer erreichbar waren, besser angebunden und flexible Fahrtmöglichkeiten geschaffen werden. Darüber hinaus richtet sich das Angebot an Landkreisbürgerinnen und -bürger, um Fahrten in die Nachbargemeinde, für z. B. Erledigungen und Einkäufe, statt mit dem PKW mit dem Mietrad bzw. mit der Kombination aus ÖPNV und Mietrad zu tätigen. Eine weitere Zielgruppe sind Bewohner der Landeshauptstadt, die bei Fahrten in den Landkreisen vermehrt den ÖPNV nutzen können, da sie an den zentralen Haltestellen des ÖPNV im Landkreis eine Möglichkeit zur Erreichen ihres individuellen Ziels per Mietrad geboten bekommen. Durch die Einführung eines Tageshöchstpreises, wird die Zielgruppe der Tagesausflügler und Touristen angesprochen. Die Attraktivität des Systems wird so noch erhöht, da auch längere Touren bei gleichzeitig kalkulierbaren Kosten durchgeführt werden können.

Finanzierung:

Der Landkreis München wird bei der Einführung des Mietrads im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) finanziell unterstützt. Die Gesamtinvestitionen für die Ausweitung ins Umland werden ohne erforderliche Tiefbaukosten, die die Kommunen tragen, aktuell mit etwa 4 Mio. Euro kalkuliert. 70 % dieser Kosten werden durch das Förderprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ des BMU abgedeckt. Die verbleibenden Kosten übernehmen der Landkreis und die beteiligten Kommunen jeweils zur Hälfte. Die Kommunen finanzieren und organisieren zudem die Vorbereitung der Grundstücke. Die Betriebskosten, die nicht durch Einnahmen gedeckt werden, teilen sich der Landkreis München und die Kommunen ebenfalls zu je 50 %. Dies ist bundesweit ein Novum.

Aktueller Stand:

Die Einführung wurde mit Hochdruck vorangetrieben, sodass am 5.10.2018 in Garching die Eröffnung des Mietradsystems stattfinden konnte. Neben Garching haben sich noch 20 weitere der 29 Kommunen im Landkreis dem Mietradangebot angeschlossen. Bereits verfügbar ist das MVG Rad neben Garching bereits in Gräfelfing, Ismaning, Neuried, Planegg und  Unterschleißheim. In Aschheim, Aying, Brunnthal, Feldkirchen, Grünwald, Haar, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Kirchheim, Neubiberg, Oberhaching, Oberschleißheim, Pullach, Taufkirchen, Unterföhring und Unterhaching wird es spätestens ab Mitte 2019 verfügbar sein.

Zusätzlich kommen rund 1.150 Räder zu den in der Stadt München demnächst 3.200 Rädern hinzu, sodass das Gesamtsystem letztlich über mehr als 4.000 Räder verfügt. Im Landkreis München handelt es sich, mit Ausnahme eines Free-Floating-Gebietes am Campus der TU München in Garching, um ein rein stationsbasiertes System. Das Projekt ist die bundesweit erstmalige Ausweitung eines Mietradsystems in die Region bis in den ländlichen Raum. Der Betrieb erfolgt für zunächst 5 Jahre. Eine intensive Evaluation und Prozessbegleitung seitens Landeshauptstadt, Landkreis und MVG ist geplant.

Eine Übersicht der bereits bestehenden Stationen finden Sie unter www.mvg.de/services/mobile-services/mvg-rad/mvg-rad-landkreis.html.

Der Landkreis München wird bei der Einführung des Mietrads im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit finanziell unterstützt.