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Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) im Landratsamt

Von der derzeitigen Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM)

Klassische Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung mit dem Ziel der Verhaltensänderung der Mitarbeitenden - wie sie bisher im Landratsamt München angeboten werden, sind ein erster, wichtiger Schritt, um durch unterschiedliche Projekte und Maßnahmen die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. Der Ansatz des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) geht jedoch weit über bisher bezuschusste oder kostenfreie gesundheitsfördernde Einzelmaßnahmen, wie z.B. gesunde Ernährung, Rückenschule, Yoga-Kurse, Massageangebote, Lauftraining, Suchtberatung, Gesundheitstage, etc., die die individuelle Gesundheit fördern sollen, hinaus. Vielmehr bezieht das BGM das Thema Gesundheit in die gesamte (Führungs-)Kultur, in Werthaltungen, Strukturen und in die Prozesse der Organisation ein und unterstreicht somit den Nachhaltigkeitsfaktor. Denn es muss die Gesamtheit der Bedingungen des Arbeitens im Unternehmen unter gesundheitlichen Aspekten überprüft werden. Dies betrifft alle Facetten der Arbeitsorganisation und -gestaltung ebenso wie der Personalführung und -entwicklung und der Unternehmenskultur.
Zudem waren Gesundheitsmaßnahmen im Landratsamt München bisher eher "altersneutral" konzeptioniert. Allerdings ist es im Hinblick auf die demografischen Entwicklungen und eine langfristige Gesunderhaltung der Beschäftigten dringend erforderlich, das Betriebliche Gesundheitsmanagement hinsichtlich des Altersaspektes konzeptionell und strategisch zu erweitern, um den Bedürfnissen und Ressourcen älterer und älterwerdender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerecht zu werden.

Was will das Betriebliche Gesundheitsmanagement erreichen, bzw. welche Ziele verfolgt das Landratsamt München bei dessen Einführung?


Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement fördert die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Belegschaft und steigert somit auch die Produktivität im Betrieb. Ein BGM identifiziert und beeinflusst die Treiber für Motivation und Demotivation, für Gesundheit und Krankheit, Erfolg und Misserfolg. Ziel ist es, die Arbeit gesünder zu gestalten sowie die Bewältigungsmöglichkeiten, Widerstandsressourcen und Kompetenzen zu erhalten und zu stärken. Ziel des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist es demnach, gesundheitsförderliche Einzelmaßnahmen in einer sinnvollen und effektiven Struktur miteinander zu vernetzen und deren Auswirkungen auf die Mitarbeitergesundheit messbar zu machen.

Ein BGM führt zu konkreten Veränderungen. Zum Beispiel sollen mit Hilfe dessen:

  • die Arbeitsprozesse und -organisation gesundheits-/alter(n)sgerecht gestaltet werden,
  • die Arbeitszufriedenheit und Arbeitsmotivation erhöht werden,
  • die Mitarbeiter zu gesundheitsgerechtem Verhalten befähigt und motiviert werden,
  • die Arbeitsbelastungen reduziert werden,
  • der Gesundheitszustand der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert werden,
  • der Führungsstil gesundheits- und alter(n)sorientiert ausgerichtet und insgesamt
  • die Produktivität des Landratsamtes erhöht werden.

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, ist es notwendig, das Landratsamt München innerbetrieblich ganzheitlich zu betrachten.

Betriebliches Gesundheitsmanagement als ganzheitliche Strategie


Ein umfassendes Betriebliches Gesundheitsmanagement integriert deswegen folgende Bereiche im Landratsamt München:

  • Arbeits- und Gesundheitsschutz: Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): Überwindung von Arbeitsunfähigkeit und Vermeidung von Fehlzeiten. (Re-)Integration von längerfristig oder wiederholt arbeitsunfähigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
  • Alter(n)sorientierte Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF): gesundheits- und alter(n)sspezifische Maßnahmen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Vorgesehen ist eine Strategie auf zwei Handlungsfeldern, welche ineinandergreifen:

  • präventiv und alternsorientiert,
    auf den Erhalt und die Entwicklung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit über den gesamten Erwerbsverlauf gerichtet mit einer Arbeitsorganisation, die den Alterungsprozess aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassend berücksichtigt. Es werden frühzeitig Gesamtstrategien entwickelt, um präventiv der Entstehung alterstypischer Defizite entgegenwirken. Somit steht hier eine stärker präventiv ausgerichtete, die gesamte Erwerbsbiographie und damit alle Altersgruppen einbeziehende, Prozessperspektive im Vordergrund.
  • integrativ und altersorientiert,
    auf den Einsatz von Älteren und die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit eingeschränkt einsetzbarer Arbeitnehmer (z.B. chronisch Erkrankter) gerichtet. Darunter werden spezielle Maßnahmen verstanden, die in erster Linie auf die Gruppe derjenigen (älteren) Arbeitnehmer fokussieren, deren veränderte Leistungsfähigkeit nicht mehr im Einklang mit den beruflichen Arbeitsanforderungen steht. Es handelt sich somit vorrangig um korrektive und/oder kompensatorische Gestaltungsansätze, deren Ziel die Integration leistungsgewandelter (älterer) Beschäftigter ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Mitarbeitern im Alter zunehmen.


Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement hat demnach die ganze Organisation im Blick, aber auch die einzelnen Beschäftigten jedes Alters. Es entwickelt dadurch einerseits die Organisation als Ganzes weiter und setzt notwendige gesundheitsrelevante Veränderungen um. Andererseits bietet es auch dem einzelnen Beschäftigten Gelegenheit, sich aktiv für seine Gesundheit zu engagieren. In diesem Kontext wird auch von den zwei zentralen Säulen im BGM, dem Zusammenspiel zwischen der Verhältnis- und Verhaltensprävention gesprochen.

Verhältnisprävention (strukturelle Prävention)


Arbeitgeber schafft optimale Rahmenbedingungen:

  • Kultur / Werte
  • gesunde Führung
  • Arbeitsorganisation / Arbeitszeit
  • Arbeitsaufgabe
  • Arbeitplatz / -umfeld
  • Arbeitsmittel
  • Unterstützungs- und Fürsorgeprozesse

Verhaltensprävention


Arbeitnehmer werden:

  • informiert
  • motiviert
  • unterstützt
  • weitergebildet

Aus diesen Darlegungen ergibt sich für das Landratsamt München ein Haus, dessen Dach das Betriebliche Gesundheitsmanagement darstellt und von den vier zentralen Säulen: Arbeits- und Gesundheitsschutz, Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) sowie Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) gestützt wird. Das Fundament bildet eine wertschätzende und mitarbeiterortientierte Führungs- und Unternehmenskultur.