70. Jubiläum „KJR auf der Burg Schwaneck“

+++ Externe Mitteilung des Kreisjugendring München-Land +++

Vielfalt – dafür steht der Kreisjugendring München-Land und das Bildungszentrum Burg Schwaneck sowie ihre Unterstützer: Dr. Marina Ginal (Leitung Bildungszentrum Burg Schwaneck), Annette Ganssmüller-Maluche (stellvertretende Landrätin), Marcus Fink (Geschäftsführer KJR), Friederike Steinberger (stellvertretende Bezirkstagspräsidentin), Melanie Hedderich (Leitung Bildungszentrum Burg Schwaneck) und Daniel Gögelein (Vorsitzender KJR) – (v.l.n.r.)

Hunderte feiern unter dem Motto „Ein Abend voller Magie“ mit einem Festakt und der Ehrenamtsgala den runden Jahrestag.

Fast 200 Jahre alt und kein bisschen verstaubt: Die Burg Schwaneck – der lebendig gewordene Traum des berühmten Bildhauers Ludwig von Schwanthaler – steht seit 1843 am Isarhochufer in Pullach. 

Nach wechselnden Besitzer*innen übergab der Landkreis München am 29. April 1956 die Burg Schwaneck in einer feierlichen Eröffnung an den Kreisjugendring München-Land (KJR) und damit an die „Jugend“.  Seither ist die Burg ein lebendiger Ort, der für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vielfältige Art und Weise genutzt wird – das Gebäude-Ensemble ist für viele ein magischer Ort. Diese Magie ist am 30. April auf besondere Art lebendig geworden: Mit einem Festakt und der Ehrenamtsgala unter dem Motto „Ein Abend voller Magie“ feierten geladene Gäste mit Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden des KJR das 70. Jubiläum „KJR auf der Burg Schwaneck“.  

Unter der Trägerschaft des Kreisjugendring München-Land vereint das heutige Bildungszentrum Jugendherberge, Jugendbildungsstätte und Naturerlebniszentrum unter einem Dach. Die Gäste, egal ob Jugendgruppe, Seminarteilnehmer*in, Tagungsgast oder Individualreisende, finden in den Räumlichkeiten und dem weitläufigen Gelände einen geschützten Ort zum Lernen, Ausprobieren und Erleben vor. „Die Burg ist ein Ort von und für Jugendliche, ein Ort der Mitbestimmung und der Jugendarbeit. Und ein Ort, der sich für die Rechte von Kindern und Jugendlichen einsetzt. Als Jugendbildungsstätte sind wir ein Lernort, der Fragen stellt, zur Reflexion anregt und Wissen in Zeitgeschehen einordnet," erklärten Melanie Hedderich und Dr. Marina Ginal, die als Leitungsduo seit September 2025 die Geschicke des Bildungszentrums lenken.  

Die Funktion der Burg Schwaneck als eine von zwölf anerkannten Jugendbildungsstätten in Bayern ist auch Friederike Steinberger besonders wichtig: „Sie ist das pädagogische Herzstück des Hauses, ein Ort der außerschulischen und politischen Bildung. Hier werden junge Menschen dazu ermutigt, sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Sie lernen, dass Demokratie nichts ist, was nur in Verfassungen und Lehrbüchern vorkommt, sondern vielmehr vom Mitmachen lebt und erleben, dass diese Beteiligung etwas mit dem eigenen Alltag zu tun hat. Gleichzeitig erfahren sie, dass es auf ihre Meinung ankommt – aber auch darauf, andere Perspektiven zu verstehen und auszuhalten“, sagte die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin in ihrem Grußwort und betonte: „Das Haus ist zu einer festen Größe im Landkreis München sowie in der oberbayerischen Bildungslandschaft geworden.“

Dies bestätigte auch Annette Ganssmüller-Maluche: „Die Burg Schwaneck ist ein idealer ‚Kraftort‘ für die Jugendarbeit.“ Sie beschrieb in ihrer Rede die Sicht eines Geomanten, also eines Menschen, der die Wirkung bestimmter Orte auf Menschen beschreibt. Danach liege die Burg ideal. Die erhöhte Lage über dem Isartal biete Ruhe (Hochfläche) und Dynamik (Fluss). Der Blick über das Tal fördere Inspiration, Visionen und Denken, erklärte die stellvertretende Landrätin. Solche Visionen für die Jugend seien wichtig und sie bitte den Kreisjugendring weiterhin ein Seismograf für Bedürfnisse und Bedarfe der Jugend im Landkreis zu sein, ein Impulsgeber für die Politik. Gerade die Anpassung an veränderte Lebensrealitäten junger Menschen erfordere Wissen über die passende Weiterentwicklung von Unterstützungsstrukturen. „So einen dynamischen, energetischen Kraftort wie die Burg Schwaneck brauchen wir, um auch in Zukunft zeitgerechte Ideen zur Stärkung junger Menschen zu entwickeln,“ betonte Ganssmüller-Maluche.

Das sieht auch Daniel Gögelein so mit Blick auf Zeiten, in denen vieles unsicher wirkt – Kriege, Klimakrise, gesellschaftliche Spannungen: „Genau da kommen auch Themen ins Spiel, die uns im Kreisjugendring gerade stark beschäftigen: soziale Handlungskompetenz, zuversichtliche Zukunftsorientierung und die Frage, wie wir junge Menschen stärken – nicht nur im Kopf, sondern auch im Inneren“, führte der KJR-Vorsitzende aus: „Und ich finde, die Burg Schwaneck ist genau der Ort, an dem all das zusammenkommt. Seit 70 Jahren schafft diese Burg Räume für Begegnung, für Lernen und für Erinnerungen, die bleiben. Und ich glaube, genau das ist auch unser Auftrag für die Zukunft: Dass diese Burg auch in den nächsten 70 Jahren ein Ort bleibt, an dem junge Menschen nicht nur Zeit verbringen – sondern ihre Welt verstehen und mitgestalten lernen.“

Was den KJR ausmacht und welche Angebote es im Bildungszentrum Burg Schwaneck gibt, konnten die geladenen Gäste an drei Bildungsinseln erfahren. Fragen wie, „Stellen Sie sich vor, wir befinden uns im Jahr 2056 (100 Jahre KJR auf der Burg Schwaneck): Welche Rolle spielt die Burg in der Gesellschaft der Zukunft und was würdest du oder würden Sie ihr optimalerweise wünschen?“ animierten zum regen Austausch. Im Französischen Garten kam man an der „Lebendigen Bibliothek“ miteinander ins Gespräch – Politiker*innen, junge Ehrenamtliche und KJR-Mitarbeitende tauschten sich intensiv über die Jugendarbeit aus. An der Reflexionsstation luden Bildungsreferent*innen mit kleinen Social Media Filmen zum fachlichen Dialog ein, Interessierte konnten Bildungsarbeit und -methoden erleben und ausprobieren. So wie an der Visionsstation: Hier wurde aufgefordert, einen Baustein und einen Stift zu nehmen, damit einen Wunsch mitzuteilen und einen tragfähigen Turm für die Zukunft zu bauen – viele kamen dem gerne nach.  

Daneben gab es noch weitere Möglichkeiten zu erleben, wie Jugendarbeit praktisch aussieht und mit welchen Tools junge Menschen außerschulische Bildung erfahren können. Am Naturerlebniszentrum konnte man einen Einblick in den Bildungsalltag der Umweltstation gewinnen und in Kreativität, Sinneserfahrung, Fragen des Lebens sowie den Wertekanon der Vereinten Nationen abtauchen. Das Team stellte einen Teil seiner Methoden, wie eine Rallye zu den SDGs (Sustainable Development Goals der UN) vor. Am Klimabus der 29++ Klimaschutzbildung wurden das energieautarken Radlkino sowie Mitmachstationen zu Klima und Energie zahlreich angenommen.  

Der offizielle Teil ging nahtlos in eine lockere Atmosphäre beim Festessen über, bevor bei der anschließenden Ehrenamtsgala das Jubiläum so richtig Fahrt aufnahm. Diese vom Jugendverbändeteam organisierte Veranstaltung ist ein großes Dankeschön des Vorstands an alle jungen Ehrenamtlichen „fürall die Zeit, die Energie und das Herzblut, das in die Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis fließt“, sagte Daniel Gögelein. Jedes Jahr steht sie unter einem anderen Motto, an diesem magischen Abend trafen sich Zauberwesen, Hexen und Magier sowie Feen und Trolle. Die Gestaltung eines besonderen Abends mit vielen kreativen Angeboten hat Tradition beim KJR und findet seit Jahren auf der Burg statt. Ohne die ehrenamtliche Arbeit der Jugendverbände und Jugendlichen wäre vieles in der Kinder- und Jugendarbeit nicht möglich.

Auch die Aktionen des Jugendverbändeteams an diesem Abend zogen viele in ihren Bann: Die Gäste konnten sich am Wunschbaum verewigen, beim Kreativprojekt mitmachen oder mit Wahrsagerinnen positiv in die Zukunft blicken. Kurz unterbrochen von einer spektakulären Feuershow tanzten die Gäste im Großen Rittersaal der Burg bis in die späten Abendstunden. Ein emotionaler „Abend voller Magie“ fand einen wunderbaren, würdigen Abschluss – Ludwig von Schwanthaler hätte seine Freude daran gehabt.

 Alle Informationen finden Interessierte auf www.burgschwaneck.de  und www.kjr.de.

Über das Bildungszentrum Burg Schwaneck 
Die Jugendbildungsstätte, das Naturerlebniszentrum und die Jugendherberge gestalten gemeinsam das Bildungszentrum Burg Schwaneck, eine Einrichtung des Kreisjugendring München-Land. Hier werden Kindern, Jugendlichen und Pädagog*innen attraktive Bildungsangebote sowie optimale Seminar-, Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten geboten – bei der Auswahl der verwendeten Produkte wird großer Wert auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Bio- Qualität gelegt. Die Burg Schwaneck ist eine vom Bayerischen Jugendring anerkannte und geförderte Jugendbildungsstätte unter der Dachmarke Jugendbildungsstätten Bayern sowie eine Jugendherberge im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH). Das Naturerlebniszentrum mit der 29++ Klimaschutzbildung als Teil der 29++ Klima. Energie. Initiative des Landkreises München ist eine anerkannte Umweltstation und ein ausgezeichneter Partner im Qualitätsnetzwerk BNE in Bayern.

Über den Kreisjugendring München-Land:
Der Kreisjugendring München-Land (KJR) ist eine Gliederung des Bayerischen Jugendrings, KdöR, und freier Träger der Jugendhilfe. Als eine der größten Jugendorganisationen in Bayern vertritt er die Interessen von Kindern und Jugendlichen. Im KJR sind 34 Jugendverbände und Jugendinitiativen aus dem Landkreis München organisiert. Durch vielfältige Bildungs- und Freizeitangebote fördert der KJR die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und das soziale Miteinander. Dafür beschäftigt er über 550 hauptberuflich Mitarbeitende in über 130 Einrichtungen sowie viele ehrenamtlich Aktive. In der Überregionalen Bildungsarbeit organisiert der KJR das Bildungszentrum Burg Schwaneck, das Ferien- und Bildungszentrum Siegsdorf sowie das Heiner Janik Haus – Jugendbegegnungsstätte am Tower in Oberschleißheim. In der Regionalen Jugendarbeit hat der KJR München-Land Trägerschaften und Kooperationen in den Bereichen Offene und Mobile Kinder- und Jugendarbeit, Kinder- und Jugendsozialarbeit an Schulen, Gebundene und Offene Ganztagsschule, Nachmittagsbetreuung und in Einrichtungen der Jungen Integration.