Gemeinsam gegen invasive Pflanzenarten

Kommunen arbeiteten bei der Neophytenbekämpfung zusammen – Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen des Klimaanpassungskonzepts

Wie lassen sich invasive Pflanzenarten, auch Neophyten genannt, sicher erkennen und wirksam bekämpfen? Mit dieser Frage beschäftigte sich in den vergangenen Wochen eine interkommunale Arbeitsgruppe, die im Zuge der Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts des Landkreises München entstanden ist. Gemeinsam organisierten die Klimaschutzmanagerinnen Anja Lef (Gemeinde Ismaning) und Stefanie Morgenstern (Gemeinde Schäftlarn) sowie Klimaschutzmanager Dominik Dirschmid (Gemeinde Putzbrunn) ein praxisorientiertes Schulungsangebot für die Mitarbeitenden der kommunalen Bauhöfe.

Den Auftakt bildete eine rund eineinhalbstündige Online-Schulung. Susanne May und Benjamin Dinzinger, die sich im Landratsamt München um das Projekt „NaturVielfalt Leben im Landkreis München“ kümmern, informierten dabei über invasive Neophyten im Landkreis, ihre Ausbreitungswege sowie über geeignete Maßnahmen zur Eindämmung und fachgerechten Beseitigung.

Neophyten sind wildwachsende Pflanzenarten, die ursprünglich nicht in der Region heimisch sind, sondern nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1492 n. Chr.) aus anderen Gebieten durch menschlichen Einfluss nach Deutschland gebracht wurden.

Als invasiv gelten sie, wenn sie sich stark ausbreiten und dabei heimische Arten, natürliche Lebensräume oder Ökosysteme beeinträchtigen. Eine gezielte Beseitigung ist daher essenziell für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt.

Auf die theoretische Einführung folgten drei Praxistermine in Pullach, Ismaning und Hohenbrunn. Im Mittelpunkt der Schulungen standen die Kanadische Goldrute, das Einjährige Berufkraut, die Herkulesstaude, der Japanische Staudenknöterich und das Drüsige Springkraut. Die Teilnehmenden lernten, die Pflanzen sicher zu erkennen und abhängig von der jeweiligen Art geeignete Maßnahmen zur Eindämmung und fachgerechten Beseitigung anzuwenden. Auch auf besondere Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit den Neophyten wurde hingewiesen. So kann beispielsweise der Pflanzensaft der Herkulesstaude in Verbindung mit Sonnenlicht schwere Hautreaktionen verursachen. 

Im Anschluss an die Theorie durften die Bauhofmitarbeitenden direkt selbst Hand anlegen und die fachgerechte Entfernung der Pflanzen in der Praxis erproben.

Die dezentralen Praxistermine ermöglichten es Mitarbeitenden der Bauhöfe aus unterschiedlichen Teilen des Landkreises, jeweils standortnah an einer Praxisschulung teilzunehmen. Insgesamt konnten so rund 40 Mitarbeitende aus 14 Kommunen erreicht werden. 

Das Projekt zeigt beispielhaft, wie interkommunale Zusammenarbeit im Landkreis München gelingen kann. Wissen und Erfahrungen wurden gemeindeübergreifend gebündelt, vorhandene Kompetenzen gemeinsam genutzt und ein möglichst einheitliches Vorgehen im Umgang mit invasiven Pflanzenarten gefördert.

Aufgrund steigender Temperaturen und veränderter Standortbedingungen könnten bestimmte invasive Arten künftig zusätzliche Ausbreitungsvorteile erhalten. Ein abgestimmtes und frühzeitiges Vorgehen trägt deshalb nicht nur zum Schutz der heimischen Artenvielfalt bei, sondern ist zugleich ein wichtiger Bestandteil der Klimaanpassung im Landkreis München.

Weitere Infos zu invasiven Pflanzenarten finden Sie auf der Projektplattform des Landkreises München