Landratsamt übergibt neues Wechselladerfahrzeug an THW-Ortsverband München-Land
Spezialfahrzeug mit Kran und Abrollsystem
Wenn ein Fahrzeug schon beim ersten Anblick klar macht, dass es für große Aufgaben gebaut wurde, dann darf es auch einen Spitznamen tragen: „Monstertruck“. Nach fünf Jahren Planung, Ausschreibung, Produktion und Aufbau übergab das Landratsamt München in dieser Woche offiziell den neuen Monstertruck, ein Wechselladerfahrzeug mit Kran, an den THW-Ortsverband München-Land. Stationiert wird das landkreiseigene Fahrzeug künftig in Haar und steht damit für Einsätze im gesamten Landkreis bereit.
Das Fahrzeug erweitert die logistischen Möglichkeiten des THW erheblich und schafft zusätzliche Reserven für Einsatzlagen, in denen schnell große Mengen Material, Ausrüstung oder Spezialcontainer bewegt werden müssen. Davon profitieren alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis, weil Hilfe im Ernstfall schneller organisiert und direkt vor Ort umgesetzt werden kann.
Ein Nachfolger mit deutlich erweiterten Möglichkeiten
Der Kreisausschuss hatte in seiner Sitzung am 15. Mai 2023 der Beschaffung eines Wechselladerfahrzeuges mit Kran zugestimmt. Das neue Fahrzeug ist der Nachfolger des bisherigen Wechselladerfahrzeuges aus dem Baujahr 1995, das bereits seit Jahren im THW-Ortsverband eingesetzt wurde. Schon 2018 hatte das Landratsamt die Notwendigkeit erkannt, ein eigenes Wechselladerfahrzeug für die örtliche Gefahrenabwehr vorzuhalten und damit die Einsatzfähigkeit des THW im Landkreis zu stärken.
„Mehr Tempo, mehr Reichweite und mehr Handlungsspielraum im Einsatz: ‚Monstertruck‘ ist hier weniger ein Spitzname als eine Beschreibung der Leistungsfähigkeit. Wir investieren damit gezielt in die Einsatzfähigkeit der örtlichen Gefahrenabwehr und in schnelle Hilfe, wenn es darauf ankommt“, erklärt Landrat Christoph Göbel.
Das neue Fahrzeug kann sowohl Mulden als auch Wechselcontainer mit Fachausstattung aufnehmen. Dadurch lassen sich zahlreiche Einsatzszenarien abdecken: Vom Materialtransport über Beleuchtung und Logistik bis hin zur Unterstützung bei größeren Schadenslagen. Besonders wichtig ist dabei die Möglichkeit, Wechselcontainer mit spezialisierten Einsatzmitteln zu bewegen, etwa zum Abstützen und Aussteifen oder für Beleuchtung. Diese Container sind ohne Wechselladerfahrzeug nicht transportierbar.
Mehr Logistik, mehr Tempo, mehr Handlungsspielraum im Einsatz
Ein großer Vorteil liegt in der Kombination aus Nutzlast, Kranleistung und Anhängerbetrieb. In Verbindung mit dem bereits 2019 beschafften und ebenfalls im Ortsverband stationierten Multifunktionsanhänger können wahlweise zwei Wechselcontainer oder zwei Mulden transportiert werden. Der Anhänger selbst kann ohne das Wechselladerfahrzeug nicht mit Abrollbehältern beladen werden. Zusammen entsteht damit ein leistungsfähiges System, das dem THW deutlich mehr Handlungsspielraum gibt.
Das Fahrzeug ist außerdem dafür ausgelegt, auch schwere Ausrüstung im Landkreis zu bewegen. Dazu gehören Baumaschinen wie Radlader oder Bagger, die der Ortsverband für die örtliche Gefahrenabwehr vorhält. Ebenso ist die Aufnahme einer speziellen Mulde möglich, die bei Einsätzen mit Bränden von Elektrofahrzeugen genutzt werden kann. Für den Landkreis bedeutet das: Einsatzmittel können schneller dorthin gebracht werden, wo sie gebraucht werden und auch dann, wenn kommunale Fahrzeuge aufgrund der Alarm- und Ausrückeordnung der Feuerwehren nicht verfügbar sind.
Technik, die Einsatzkräfte entlastet und Abläufe beschleunigt
Für die Beschaffung des Fahrgestells fielen Kosten in Höhe von ca. 191.000 Euro an, für den Aufbau weitere ca. 442.500 Euro. Das neue Wechselladerfahrzeug ist ein MAN TGS 37.520 8x4H mit HydroDrive. Es verfügt über ein Gesamtgewicht von 37 Tonnen und eine Leistung von 382 kW beziehungsweise 519 PS. Das Abrollsystem ist für eine maximale Nutzlast von 20 Tonnen ausgelegt.
Besonders ist der Ladekran: Ein Palfinger PK295 TEC mit einer Hubkraft von 28,1 Metertonnen und einer maximalen Auslage von 22 Metern bei 700 Kilogramm. Der Kran verfügt über einen Arbeitskorb für zwei Personen und eine Seilwinde mit 2,5 Tonnen Hubkraft. Diese Ausstattung ermöglicht es, viele Verladetätigkeiten autark zu erledigen. Das spart zusätzliche Komponenten im Einsatz, entlastet Einsatzkräfte und sorgt für eine schnellere Abarbeitung vor Ort wie etwa beim Aufbau von Notunterkünften, beim Umsetzen schwerer Ausrüstung oder beim Entfernen defekter Fahrzeuge

