Rest- und Bioabfallanalyse im Landkreis
Landkreisbürger sammeln Bioabfall sehr verantwortungsbewusst – beim Restabfall ist noch Luft nach oben
Je sorgfältiger Bürgerinnen und Bürger Bioabfall, Wertstoffe und Restabfall trennen, desto besser lassen sich die gesammelten Abfälle verwerten. Eine gute Abfalltrennung schont Ressourcen, verringert Restabfallmengen und leistet einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Die kommunale Abfallwirtschaft des Landratsamts München hat 2025 Rest- und Bioabfallanalysen durchführen lassen. Die Ergebnisse sollen dabei helfen, die Qualität der Mülltrennung weiter zu sichern und die Restabfallmengen zu reduzieren.
Um bei den durchgeführten Sortieranalysen repräsentative Ergebnisse zu erhalten, wurden zwei Sortierkampagnen durchgeführt. Die erste Kampagne fand im vegetationsreichen Zeitraum im Oktober 2025 statt. Die zweite Kampagne folgte im vegetationsarmen Zeitraum im November 2025.
Bei der Restabfallanalyse lag der Schwerpunkt auf der Menge der enthaltenen Bioabfälle. Zusätzlich wurde der Restabfall hinsichtlich recyclingfähiger Wertstoffe wie Glas, Leichtverpackungen sowie Papier, Pappe und Kartonagen untersucht. Auch schadstoffhaltige Abfälle und Elektroschrott wurden erfasst.
Bei der Bioabfallanalyse lag der Fokus auf den Anteilen der enthaltenen Organikfraktionen, insbesondere organischen Abfällen aus Küche und Garten. Zudem wurden Fremdstoffanteile, zum Beispiel Restabfall, sowie Art und Menge der zum Sammeln genutzten Beutel untersucht. Dazu zählen Papierbeutel, PE-Beutel sowie kompostierbare Kunststoffbeutel aus biologisch abbaubaren Wertstoffen (BAW-Beutel).
Durch vergleichende Betrachtung der Untersuchungsergebnisse aus der Rest- und Bioabfallanalyse entstand ein detaillierter Einblick in das Entsorgungsverhalten der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis.
Beim Bioabfall sind die Landkreisbürger verantwortungsbewusst
Der untersuchte Bioabfall bestand überwiegend aus organischen Materialien, insbesondere aus Garten-, Küchen- und Nahrungsmittelabfällen. Insgesamt zeigte sich eine sehr hohe Qualität: Rund 99 Prozent* der Inhalte waren korrekt über die Biotonne entsorgt. Auch wenn die Anzahl der Fehlwürfe überschaubar ist: Verpackte Lebensmittel. Kunststoffe und Fremdstoffe wie Glas und Metall gehören nicht in den Biomüll. Schadstoffhaltige Abfälle wurden glücklicherweise nicht festgestellt.
Etwa die Hälfte der organischen Abfälle bestand aus Gartenabfällen, gefolgt von Küchen- und Nahrungsmittelabfällen mit rund 34 Prozent*. Dabei zeigte sich ein Unterschied zwischen den Siedlungsstrukturen: In ländlichen Gebieten dominierten Gartenabfälle, während in städtischen Bereichen mehr Küchenabfälle anfielen.
In den Haushalten wurden knapp die Hälfte der organischen Abfälle, rund 46 Prozent*, in Beuteln gesammelt. Bei den genutzten Beuteln handelte es sich überwiegend um systemkonforme Papierbeutel mit einem Anteil von rund 60 Prozent*. Gleichzeitig fanden sich noch rund 29 Prozent* BAW-Beutel und 11 Prozent* PE-Beutel im Bioabfall.
Handlungsbedarf bei Bioabfallsammelbeuteln und verpackten Lebensmitteln
Trotz der insgesamt sehr guten Qualität besteht weiterhin Handlungsbedarf. Insbesondere die Entsorgung verpackter Lebensmittel über die Bioabfalltonne und die Verwendung ungeeigneter Beutel sollten konsequent vermieden werden, um die Qualität des Bioabfalls langfristig zu sichern und weiter zu verbessern.
Zu viele Wertstoffe im Restabfall
Die Restabfallanalyse zeigt zudem deutliches Potenzial für eine bessere Abfalltrennung. Rund 39 Prozent* des Restabfalls könnten getrennt über Bio- oder Papiertonne, Containerstandplätze sowie Wertstoffhöfe entsorgt werden. Den größten Anteil machen organische Abfälle mit rund 22 Prozent* sowie recycelbare Wertstoffe wie Papier, Glas und Verpackungen mit rund 16 Prozent* aus. Durch eine konsequentere Nutzung der bestehenden Sammelsysteme könnten diese Wertstoffe ökologisch wiederverwertet und die Restabfallmengen reduziert werden.
*Die Prozentangaben sind in Gewichtsprozent angegeben.
