Rückblick auf sechs bewegte Jahre
Kreistag kommt ein letztes Mal in der laufenden Wahlperiode zusammen

Die verabschiedeten Kreisräte mit Landrat Christoph Göbel (jeweils von l. n. r. mit der ersten Reihe unten beginnend): Maria Knoller, Ingrid Lenz-Aktas, Karin Schuster, Annabella Wünsche, Landrat Christoph Göbel, Ilse Weiß, Ingrid Lindbüchl, Florian Ernstberger, Ernst Weidenbusch, Tanja Campbell, Kilian Körner, Günter Heyland und Dr. Philipp Bauer. In Abwesenheit verabschiedet wurden darüber hinaus: Bela Bach, Natascha Kohnen, Lissy Meyer, Sabine Pilsinger, Michael Ritz, Frank Sommer und Hubert Zellner.
Am vorletzten Tag der laufenden Wahlperiode ist der Kreistag des Landkreises München zu einem letzten Treffen zusammengekommen. Anders als üblich standen dabei keine Beschlüsse auf der Tagesordnung. Vielmehr nutzten die Kreisrätinnen und Kreisräte die Gelegenheit, gemeinsam auf die vergangenen sechs Jahre zurückzublicken und sich von denjenigen zu verabschieden, die dem Gremium künftig nicht mehr angehören.
Die Veranstaltung fand im „Spektakel im Postsaal“ in Ebenhausen (Gemeinde Schäftlarn) statt. Landrat Christoph Göbel griff den Namen des Veranstaltungsortes in seiner Rede mit einem Augenzwinkern auf: Dieser sei in gewisser Weise sinnbildlich für die zurückliegende Amtszeit gewesen.
Tatsächlich stand die gesamte Periode unter dem Eindruck mehrerer Krisen. Zu Beginn prägte die Corona-Pandemie die Arbeit des Kreistags. Es folgten der bis heute andauernde Angriffskrieg auf die Ukraine mit einer großen Zahl geflüchteter Menschen sowie eine zunehmend angespannte geopolitische Lage weltweit. Parallel dazu verschärfte sich die haushaltspolitische Situation deutlich. Dreimal sank in diesem Zeitraum die Umlagekraft, während die Aufgaben stetig zunahmen. Die Kreisumlage musste zuletzt auf ein im Landkreis München noch nie dagewesenes Niveau von 53,7 Prozentpunkten angehoben werden.
Zentrale Zukunftsaufgaben vorangebracht
Trotz dieser Rahmenbedingungen sei es gelungen, zentrale Zukunftsaufgaben konsequent voranzubringen, betonte Göbel. Dazu zählen insbesondere der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs, Maßnahmen im Energie- und Klimaschutz sowie die Weiterentwicklung der Schullandschaft. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei dabei die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landkreis und kreisangehörigen Kommunen: „Dass wir hier gerade auch bei den vielen schwierigen Themen in einer solchen Geschlossenheit an einem Strang ziehen, ist alles andere als selbstverständlich.“
Der Landrat dankte allen Mitgliedern des Kreistags für die stets konstruktive und sachorientierte Zusammenarbeit. Sein besonderer Dank galt dem ehrenamtlichen Engagement: „Sie alle setzen sich zu 100 Prozent ehrenamtlich für die Menschen in unserem Landkreis ein – das verdient höchsten Respekt.“
„Wahnsinnig verlässliches Team“
Ein besonderer Dank ging auch an die vier Stellvertreter des Landrats, Ernst Weidenbusch, Otto Bußjäger, Annette Ganssmüller-Maluche und Christoph Nadler, die diese Funktion bereits seit zwölf Jahren ausüben. Göbel bezeichnete sie als ein „wahnsinnig verlässliches Team“.
Insgesamt 19 Kreisrätinnen und Kreisräte wurden im Rahmen der Veranstaltung verabschiedet. Sie gehören dem neuen Kreistag nicht mehr an. Unter ihnen waren auch zwei Persönlichkeiten, die 36 Jahre lang ununterbrochen einen Sitz im Gremium hatten:
Ingrid Lenz-Aktas engagierte sich über Jahrzehnte hinweg insbesondere im Bereich Energie- und Klimaschutz. Bereits früh setzte sie hier wichtige Impulse – visionär, hartnäckig und zugleich stets mit Blick auf die praktische Umsetzbarkeit. Darüber hinaus würdigte Göbel ihr langjähriges Engagement im Klinikbereich. So war sie unter anderem 18 Jahre Mitglied im Beirat der Kliniken München-Pasing und München-Perlach und übte diese Aufgabe mit großem Einsatz und hoher fachlicher Akribie aus.
Ebenfalls seit 36 Jahren im Kreistag vertreten war Ernst Weidenbusch, ein Vollblutpolitiker, der sich seit seinem 16. Lebensjahr politisch engagiert. Neben seiner Tätigkeit im Kreistag war er unter anderem zehn Jahre Mitglied des Bayerischen Landtags. Weidenbusch habe sich stets konsequent für seine Überzeugungen eingesetzt und „für die Sache gekämpft wie ein Löwe“, insbesondere wenn es um die finanzielle Stabilität des Landkreises ging. Seit 2014 war er zudem gewählter Stellvertreter des Landrats. Die Zusammenarbeit sei dabei so nahtlos gewesen, dass in den ganzen Jahren nicht ein einziges Mal eine formelle Urlaubsübergabe erforderlich gewesen sei, so Göbel.
Mit dem gemeinsamen Rückblick und der Verabschiedung endet eine Wahlperiode, die den Landkreis München in besonderer Weise gefordert, aber auch nachhaltig geprägt hat. Der neue Kreistag der Wahlperiode 2026 bis 2031 tritt am 11. Mai im Rahmen seiner konstituierenden Sitzung erstmals zusammen.
