Taufkirchner Kinder- und Jugendhilfe geht weiter

Unter dem Motto „Inklusion und Integration in Taufkirchen“ führten am 10. November 2021 die Gemeinde Taufkirchen und der Landkreis München den zweiten Regionaldialog digital durch.

Fast 70 Akteure der Taufkirchner Fachbasis und des Kreisjugendamtes waren Teil des zweiten Regionaldialogs im Landkreis München. Die Veranstaltung, die ursprünglich als Präsenzveranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum in Tauf-kirchen geplant war, wurde aufgrund der Entwicklung der Corona-Infektionszahlen durch die Fachkräfte des Kreisjugendamtes München in nur eineinhalb Tagen in vollem Umfang auf ein digitales Format übersetzt und erfolgreich durchgeführt.

Nach der Begrüßung präsentierte die Jugendhilfeplanung des Landratsamtes München aktuelle Daten zur Eingliederungshilfe und zur Sprachförderung für Taufkirchner Kinder. Das Impulsreferat von Dr. Stefan Godehardt-Bestmann (Europäisches Institut für Sozialforschung/Berlin) zum Thema „Inklusion und Sozialraumorientierung – Von der Vision zur Umsetzung in Taufkirchen?“ beinhaltete grundlegende Denkanstöße zu Inklusion und sozialräumlicher Orientierung der Arbeit in diesem Handlungsfeld und wurde vom Fachpublikum mit großem Interesse aufgenommen.

Neue Ideen durch Workshops

Aus einem bereits im Vorfeld durchgeführten Online-Fragebogen über die Einschätzungen der Mitarbeiter der Fachkräftebasis vor Ort und aus dem Kreisjugendamt München zum Thema der Veranstaltung und zur Situation der Kinder und ihrer erwachsenen Bezugspersonen in den Schulen und Kindertageseinrichtungen am Ort, wurden Erkenntnisse gezogen und in drei verschiedenen Workshops vorgestellt. Sie dienten als Grundlage für diese Arbeitsgruppen im Hauptteil der Veranstaltung.

Schwerpunkte der Workshops war die Inklusion im Rahmen der teilstationären Eingliederungshilfe, die in den unterschiedlichen Kindertagesstätten, heilpädagogischen Tagesstätten und Integrationsgruppen geleistet wird sowie die Schulbegleitung, die spezielle Fachkräfte für Kinder mit seelischen Handicaps in ihren Schulklassen als Unterstützung in Richtung Inklusion leisten. Der dritte Schwerpunkt war die Sprachförderung, die in Taufkirchen mit Familien mit mehr als 30 Muttersprachen eine besondere Rolle bei der Integration aller Bürger und speziell der Kinder spielt.

Alle drei Workshops hatten sich zum Ziel gesetzt, ausgehend von den bestehenden Unterstützungsformen, von deren Gelingen und Scheitern, weiterzudenken, Austausch und Vernetzung zu intensivieren und Ideen für neue Formen der Zu-sammenarbeit und Unterstützungsmöglichkeiten zu entdecken, sowohl für die betroffenen Kinder, als auch für ihre Klassen und Gruppen und nicht zuletzt für die Lehr- und Betreuungspersonen in Schulen und Tagesstätten.

Ressourcen vor Ort nutzen

In den Workshops wurden bereits einzelne Ziele formuliert und Maßnahmen zu deren Erreichung angedacht. Die Ressourcen und Netzwerke vor Ort wurden in die weitere Planung miteinbezogen. Zudem wurde analysiert, wo es Lücken in der Deckung der vorhandenen Bedarfe gibt. Ziel für alle Bereiche ist es, auf verschiedenen Wegen dem Ideal der Inklusion näher zu kommen und dabei vor allem auch die vor Ort schon vorhandenen Ressourcen noch mehr zu erschließen und zu nutzen. Es wurde auch hervorgehoben, dass die Beteiligung der Betroffenen selbst, der Kinder mit Handicaps und ihrer Familien von besonderer Bedeutung sein werde. Insgesamt fand sich im Dialog der Fachkräfte eine ganze Reihe an Ansatzpunkten, die nun in der weiteren Arbeit aufgegriffen werden sollen.

Fortsetzung des zweiten Regionaldialogs

Zu einigen Themen werden sich bereits in den nächsten Wochen Arbeitsgruppen zusammenfinden, die im gegenseitigen Austausch die Spielräume in den schon gegebenen Möglichkeiten weiter ausloten und über das schon Vorhandene weiter hinausdenken möchten. Für den 26. Januar 2022 ist ein zweiter Tag im Rahmen des zweiten Regionaldialogs geplant, an dem erste Arbeitsgruppenergeb-nisse zusammengetragen und die im Laufe des Treffens vom 10. November 2021 identifizierten Impulse weiterverfolgt werden sollen. Konkrete Maßnahmen, die der Regionaldialog am Ende hervorbringen wird, werden im Vorfeld einer Umsetzung den politischen Gremien von Gemeinde und Landkreis präsentiert werden. Das Vorbereitungsteam aus Kräften der Gemeinde Taufkirchen und des Landkreises München ist sehr zuversichtlich, dass auch der Ausgang des zweiten Regionaldialogs in Taufkirchen erfolgreich und sein Ergebnis über die Gemeindegrenzen hinaus zukunftsweisend sein wird.