Erfolgreicher Moor-Mitmachtag mit 100 Freiwilligen

Aktion Zukunft+ dankt allen Beteiligten

Kräftig angepackt haben am vergangenem Sonntag (14. Juni) rund 100 Freiwillige im Brucker Moos bei Aßling: Beim Moor-Mitmachtag legten sie gemeinsam den Grundstein für weitere Maßnahmen zur Wiedervernässung des Moores. Ein Tag, der die drei Veranstalter – die Aktion Zukunft+, CO2-regio und der Deutsche Alpenverein (DAV) – sichtlich zufriedenstellte.

Im Mittelpunkt des Mitmachtags stand die praktische Arbeit vor Ort: Gemeinsam mit Fachleuten hoben die Teilnehmenden eine Versickerungsmulde aus, die künftig dazu beitragen soll, Wasser gezielt in die Moorfläche zurückzuführen. Ein wichtiges Projekt, wie Robert Niedergesäß, Landrat des Landkreises Ebersberg, betonte: „Moore sind Lebensraum seltener Pflanzen und Insekten und natürliche Kohlenstoffspeicher. In unserer Region sind sie daher von großer ökologischer Bedeutung“, sagte er.

Barbara Bogner, weitere Stellvertreterin des Landrats des Landkreises München, zeigte sich derweil beeindruckt von der Resonanz: „Dieser Tag war für mich ein echtes Highlight. Zu erleben, wie viele Menschen freiwillig ihre Zeit und Energie für den Klimaschutz einsetzen, macht deutlich, welches Potenzial in gemeinschaftlichem Handeln steckt.“

Die Aktion im Brucker Moos ist dabei nur eine Möglichkeit, wie die Menschen in der Region über die Aktion Zukunft+ den Klimaschutz vor Ort direkt unterstützen können. Seit 2023 sammelt die Crowdfunding-Plattform Spenden für Klimaschutzprojekte in den beiden Landkreisen Ebersberg und München – und bietet auch Tage an, an denen die Menschen selbst mitanpacken können, sei es bei der Wiederaufforstung schadhafter Waldflächen oder eben bei der Wiedervernässung trockengelegter Moore.

„Der Moor-Mitmachtag hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß die Bereitschaft in unserer Region ist, selbst aktiv für den Klimaschutz zu werden. Wir bedanken uns herzlich bei allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Einsatz diesen Tag zu einem Erfolg gemacht haben“, sagte Dr. Willie Stiehler, Geschäftsführer der Energieagentur Ebersberg-München, die im Auftrag der beiden Landkreise auch die Aktion Zukunft+ betreut.

Für ihn ist die Wiedervernässung des Moores nicht nur gelebter Klimaschutz, sondern auch Klimafolgenanpassung: „Wir werden künftig mit stärkeren Extremwettern rechnen müssen. Moore sind in Fällen starker Niederschläge auch Wasserspeicher, die dazu beitragen, dass Pegelstände an Bächen und Flüssen weniger schnell steigen“, sagte er.

Die vielfältige Funktion der Moore und ihre Bedeutung für Klima und Biodiversität hoben auch die Exkursionen und Info-Stände hervor, die in den Pausen von der praktischen Arbeit von den Teilnehmenden gut genutzt wurden. Zum Abschluss diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Naturschutz und Projektentwicklung offen über Chancen und Herausforderungen des Moorschutzes.

„Es war wichtig, die unterschiedlichen Perspektiven an einen Tisch zu bringen. Nur wenn wir offen und konstruktiv über bestehende Hürden sprechen, können wir den Moorschutz in der Region weiter voranbringen“, betonte Prof. Dr. Matthias Drösler, Leiter des Peatland Science Centre.

Dabei wurde deutlich: Neben der Finanzierung weiterer Maßnahmen braucht es vor allem Grundstückseigentümer, die bereit sind, Flächen für Renaturierungsprojekte zur Verfügung zu stellen, wie auch Jonas Galdirs, Geschäftsführer von CO2-regio und Projektverantwortlicher für die Umsetzung der Maßnahmen, betonte: „Gerade solche Projekte wie hier im Brucker Moos zeigen, dass die Wiedervernässung von Mooren Klimaschutz, Landwirtschaft und soziales Engagement der Menschen vor Ort miteinander verbinden kann. Wir suchen deshalb kontinuierlich nach weiteren geeigneten Flächen, um zusätzliche Moorschutzprojekte umzusetzen.

Wer den Moor-Mitmachtag verpasst hat, kann das Projekt weiterhin unterstützen: Über die Aktion Zukunft+, eine Initiative der Landkreise München und Ebersberg in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ebersberg-München, können Unternehmen, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger mit einer Spende dazu beitragen, weitere Maßnahmen zur Wiedervernässung und zum Schutz des Brucker Mooses zu finanzieren. Denn jeder Beitrag hilft dabei, regionalen Klimaschutz direkt vor Ort wirksam werden zu lassen.