Grünes Licht für neue Trasse der M 18

Weniger Durchgangsverkehr für Ottendichl

Der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur des Landkreises München hat am 10. Februar einstimmig der Verlegung der Kreisstraße M 18 (auf dem Gebiet des Landkreises Ebersberg: EBE 4) zugestimmt. Notwendig wurde die Entscheidung, da die staugeplagte Autobahn A 99 achtspurig ausgebaut und im Zuge dessen auch das Autobahnkreuz München-Ost (A 99 / A 94) umgebaut werden soll. Im Rahmen dieses Umbaus mussten daher Lösungen für die im Kreuzungsbereich befindliche Kreisstraße M 18 bzw. EBE 4 gefunden werden.

Durch den geplanten Ausbau des Autobahnkreuzes Ost ist die Kreisstraße M 18 bzw. EBE 4, die den Ortsteil Weißenfeld (Gemeinde Vaterstetten) im Landkreis Ebersberg mit Feldkirchen im Landkreis München verbindet, betroffen und müsste für mehrere Jahre komplett gesperrt werden. Die hohe Verkehrsbelastung und fehlende leistungsfähige Umleitungsstrecken hätten in jedem Fall eine provisorische Verlegung der Straße notwendig gemacht, sodass eine dauerhafte Verlegung der Trasse sinnvoll erschien. 

Klare Kriterien – eindeutiges Ergebnis

Grundlage der Entscheidung war ein Variantenvergleich der Autobahn GmbH. Bewertet wurden mehrere mögliche Trassenführungen anhand einheitlicher Kriterien: Baubarkeit und Bauablauf, Verkehrssicherheit und Verkehrsqualität, Auswirkungen auf Mensch, Raum und Umwelt sowie Kosten und Risiken. Im Ergebnis setzte sich die vorgestellte Variante 5 deutlich durch.

Die Vorzugsvariante sieht eine neue Trassenführung südlich von Weißenfeld vor. Die Route kreuzt südlich von Weißenfeld die A 99 und trifft südlich von Feldkirchen auf die A94 bzw. die Kreisstraße M1. Der größte Teil der neuen Straße liegt auf dem Gebiet des Landkreises Ebersberg, nur rund ein Kilometer Straße befindet sich im Landkreis München. Sie bringt die größte verkehrliche und immissionsbedingte Entlastung mit sich. Im Ortsteil Weißenfeld rechnet man mit etwa 8.000 Fahrzeugen weniger pro Tag und auch auf den Haarer Stadtteil Ottendichl wird sich die neue Trasse positiv auswirken. Rund 4.800 Fahrzeuge weniger sollen pro Tag durch den Ort rollen. Zudem verbessert sich die Verkehrsqualität an den wichtigen Knotenpunkten an der M 1 sowie an der Anschlussstelle Feldkirchen-Ost. Auch Bauablauf und Bauzeit sind bei dieser Variante günstiger als bei den Alternativen. 

Positive Effekte für den Landkreis München

Für den Landkreis München ist die Entscheidung auch finanziell vorteilhaft: Die Kosten für Planung, Bau und Umsetzung der neuen Kreisstraße trägt vollständig die Autobahn GmbH. Für den Landkreis entstehen keine Ausgaben. Gleichzeitig werden bestehende Kreisstraßen und angrenzende Kommunen spürbar vom Durchgangsverkehr entlastet.

Der Radverkehr wird künftig neu organisiert. Der bestehende Radweg entlang der alten M 18 wird aufgegeben. Stattdessen entsteht ein eigenständiger Radweg entlang der Autobahn A 99, der durch Lärmschutzanlagen von dieser abgeschirmt ist und damit mehr Sicherheit und Komfort bieten soll. Der neue Radweg wird an die bestehende Gemeindeverbindungsstraße Ottendichl / Weißenfeld angebunden, sodass auch weiterhin eine Radwegeverbindung zwischen Feldkirchen und Weißenfeld besteht.

Im Zuge des Ausbaus des Autobahnkreuzes-Ost muss auch die Autobahnanschlussstelle Feldkirchen-Ost angepasst werden. Im Zuge der Anpassung wird ein neuer Radweg entlang der M 1 über die Autobahn A 94 hergestellt, sodass im Zuge der Umbaumaßnahmen der Autobahn GmbH letztendlich auch Verbesserungen für Radfahrer im östlichen Landkreis entstehen.

Breite Zustimmung in den Kommunen

Die unmittelbar betroffenen Kommunen in den Landkreisen München und Ebersberg haben der Vorzugsvariante bereits zugestimmt. Positive Beschlüsse liegen unter anderem aus den Gremien der Gemeinden Feldkirchen und Vaterstetten, der Stadt Haar sowie des Landkreises Ebersberg vor.

Photovoltaik mitdenken

Mit dem einstimmigen Beschluss fordert der Mobilitätsausschuss die Autobahn GmbH zudem auf, zu prüfen, inwieweit entlang der neuen Trasse Photovoltaikanlagen als zusätzliche Energielieferanten mit errichtet werden können.

Der früheste Baubeginn für die Verlegung der Kreisstraße ist nach aktuellem Stand für das Jahr 2032 vorgesehen.

Landrat Christoph Göbel betont: „Die Variante 5 ist die beste Lösung für den Landkreis München. Sie bringt spürbar weniger Verkehr für unsere Kommunen und verbessert die Verkehrssituation insgesamt.“