Prävention sexualisierter Gewalt im Sport

Landkreis veranstaltete Vortragswoche – Ziel: Vereine motivieren ein Schutzkonzept zu erstellen

Was versteht man unter sexualisierter Gewalt im Sport? Welche Rolle spielen Täterstrategien und warum sind Schutzkonzepte ein so wirksames Präventionsinstrument? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Kooperation „Safe Sport Landkreis München“, bestehend aus der Koordinationsstelle Jugendschutz des Landkreises München, der Polizei München, dem Kreisjugendring München-Land, der Bayerischen Sportjugend (BSJ) sowie dem Kreisvorsitz des Bayerischen Landes-Sportverbandes e. V. (BLSV), die sich gemeinsam für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Vereinsleben einsetzt

Innerhalb einer Projektwoche Mitte Juli fanden im Landkreis Sensibilisierungsvorträge zum Thema „Prävention sexualisierter Gewalt im Sportwesen“ statt – veranlasst durch immer wiederkehrende Vorfälle in Vereinen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen zentrale Fragestellungen: Welche Rolle spielen Täterstrategien? Welche Dynamiken und Risiken sind relevant? Zudem wurde beleuchtet, warum Schutzkonzepte ein wirksames Präventionsinstrument darstellen und welche Grundbausteine sie beinhalten müssen.

Unterstützung auf dem Weg zum Schutzkonzept

Da bislang keine gesetzliche Verpflichtung, sondern lediglich ein staatlicher Auftrag besteht, setzen die Kooperationspartner bei der Ansprache der Vereine auf Motivation, sich des Themas anzunehmen. Ziel ist es, dass die Vereine die Notwendigkeit von Schutzkonzepten verinnerlichen und aus eigener heraus Motivation handeln. Sie sollen erkennen, dass der wirksame Schutz von Kindern und Jugendlichen keinen Aufschub duldet. Den Verantwortlichen soll außerdem die Angst vor der sensiblen Thematik genommen werden. Für Projektleiter Florian Hegedüs aus dem Bereich Jugendschutz im Landratsamt München steht dabei das Empowerment der Beteiligten im Vordergrund: „Wichtig ist es, die Vereine emotional für das Thema abzuholen und ihnen zu vermitteln, dass niemand mit diesen Fragen allein gelassen wird. Wir wollen diese wichtigen ersten Schritte gemeinsam gehen und die Schutzkonzepte Hand in Hand erarbeiten.“

Ein Großteil der Arbeit während der Projektwoche bestand einerseits in der Wissensvermittlung, andererseits darin, sich der Sorgen und Bedürfnisse der unterschiedlichen Vereine anzunehmen, sie zu motivieren und für die Sache zu begeistern. Von den insgesamt 200 Vereinen im Landkreis München waren Vertreterinnen und Vertreter von gut 20 Vereinen anwesend.

Im Herbst folgt ein gemeinsames Treffen mit Workshop, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits von ihren ersten eigenen Schritten berichten können. Im Vordergrund steht dabei, die Vereine bei der Erstellung ihrer Schutzkonzepte zu begleiten, den direkten Austausch untereinander zu fördern sowie ein Miteinander zu ermöglichen.