Preisverleihung des 2. Schulwettbewerbs "Vielfalt macht Schule"

Preise für fleißige Klassen und Schulen im Bereich biologische Vielfalt – Auszeichnung für den Einsatz von Lehrkräften und Klassen auf dem Pausenhof

1. Platz: Erich-Kästner-Mittelschule Höhenkirchen-Siegertsbrunn: v. l. n. r: Andreas Jägemann (Lehrer und Leiter Schulgarten AG), Claudia Reischl (Kommissarische Schulleitung), Susanne May (Projekt NVL) mit Schülerinnen und Schülern der Schulgarten-AG

1. Platz: Grundschule Ottobrunn an der Lenbachallee: v. l. n. r.: Christine Seehafer (Klassenlehrerin), Benjamin Dinzinger (Projekt NVL), Christine Jacobs (Direktorin)

Was können wir auf unserem Schulgelände tun, um die biologische Vielfalt zu fördern? Diese Frage stand im Mittelpunkt des diesjährigen und bereits zweiten Schulwettbewerbs „Vielfalt macht Schule“ des Projekts „NaturVielfalt Leben im Landkreis München“. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die biologische Vielfalt und auch das Wissen darüber im Schulalltag steigern. Acht Schulen aus dem Landkreis reichten ihre praktischen Umsetzungen auf dem Schulgelände ein.

Engagierte Lehrkräfte mit ihren Umwelt-AGs oder auch ganzen Klassen konnten sich von der Grundschule bis zum Gymnasium mit dem Thema beschäftigen. Dabei kamen einige preisverdächtige Beiträge zusammen.

Acht Schulen haben mitgemacht

Bewertet wurden die Einreichungen anhand festgelegter Kriterien, wie der Förderung heimischer Pflanzen- und Tierarten, Wissensvermittlung für Schülerinnen und Schüler und Nachhaltigkeit der Ideen. Die Bewertung erfolgte getrennt für Grundschulen und weiterführende Schulen.

 

Die diesjährigen Preisträger und ihre Ideen im Überblick:

Grundschulen

1. Platz: Grundschule Ottobrunn an der Lenbachallee

Bereits im ersten Wettbewerb überzeugte die Grundschule Ottobrunn mit ihrem naturnahen Pausenhof. Mit dem Preisgeld legte sich die Schule damals, ganz im Sinne des Kreislaufgedankens, eine große Wassertonne zum Gießen zu. Nun wurde auch noch der Platz unter der Feuertreppe aufgewertet: In Gemeinschaftsarbeit wurde ein großes, artenreiches Staudenbeet mit heimischen Kräutern und Blühpflanzen angelegt. Ergänzt wurde es mit Strukturen wie tiefen, sandigen Bodenstellen und Totholz sowie Lochziegeln, damit Wildbienen neben einem Nahrungsangebot auch einen Platz zum Nisten haben. Der Aufwand hat sich gelohnt: Unzählige Wildbienen tummeln sich an den Pflanzen und die Kinder nutzen jede Pause, um sie zu beobachten. Ein preisverdächtiger Beitrag!

2. Platz: Grundschule Neuried

Die Grundschule Neuried besticht mit einem ganzheitlichen Konzept zur Förderung der biologischen Vielfalt wie auch zur Umweltbildung. Neben dem Anpflanzen von heimischen Nahrungspflanzen für Wildbienen und Co. wurde auch die Strukturvielfalt durch Totholzhaufen, einer Totholzhecke sowie einem Käferkeller berücksichtigt. Eine fachgerechte Wildbienennisthilfe mit der Möglichkeit einen Blick in das Innere zu werfen, hat die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse zum Staunen gebracht, wie aus den einzelnen Erlebnisberichten der Umwelt-AG deutlich wird. Eine tolle Kombination die biologische Vielfalt zu fördern und Umweltwissen zu vermitteln.

3. Platz: Ganghofer Grundschule Unterschleißheim

Die Ganghofer Grundschule punktete damit, dass sich alle Klassen intensiv mit der heimischen Tierwelt beschäftigten. So bekam beispielsweise jede Klasse ein paar Schmetterlingsraupen, die sie dann bei ihrem Verwandlungszyklus über die Puppe bis zum Falter beobachteten und diese dann freiließen. Überzeugend war auch die Präsentation der Schülerinnen und Schüler, die voller Begeisterung über ihre Beobachtungen bei der Stunde der Garten- und Wintervögel berichteten und bereits viel über unsere heimische Vogelwelt zu sagen wussten. Die fachgerechte Wiederherstellung einer großen Wildbienennisthilfe für den naturnahen Pausenhof war eine gelungene Ergänzung.

Weiterführende Schulen

1. Platz: Erich-Kästner-Mittelschule, Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Auch die Erich-Kästner-Mittelschule beeindruckte bereits im ersten Wettbewerb mit einem besonders ökologisch gestaltetem Schulgarten. Zum ersten Wettbewerbsbeitrag kamen dieses Mal noch eine Steilwand aus Sand zum Nisten für Wildbienen dazu. Eine Steinwand aus Ziegeln, mit vielen Nischen und Versteckmöglichkeiten für Eidechsen sowie ein fachgerechtes Sandarium für bodennistende Wildbienen sind weitere Bausteine, die den Schulgarten perfekt ergänzen. Vorbereitungen für einen weiteren Kleinteich für Amphibien sind ebenfalls bereits voll im Gange. 

2. Platz: Gymnasium Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Der Arbeitskreis für die 9.-11. Klassen des Gymnasiums in Höhenkirchen-Siegertsbrunn legte verschiedene Strukturen und naturnahe Bereiche an, wie etwa eine Totholzhecke, einen Steinhaufen aus großen Steinen und einen Blütensaum. Jede Station wurde mit einem QR-Code und weiteren Infos und kurzen Erklärvideos durch die Schülerinnen und Schüler versehen. Außerdem wurde abgesprochen, dass einige Bereiche maximal zweimal im Jahr gemäht werden: Blüten- und Insektenfreundlich. Die Mischung aus Umweltbildung und Umsetzung auf der Fläche ist ein gelungener Beitrag und verdient den zweiten Platz.

3. Platz: Mittelschule Ismaning

Einen tollen Beitrag leistete die Mittelschule in Ismaning mit dem Anlegen einer Blühfläche und einer artenschonenden, zweimaligen Mahd pro Jahr. Zudem tüftelten Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersklassen und AG-Schwerpunkte gemeinsam an Hochbeeten aus recycelten Europalletten mit einem automatischen Gießsystem mit Regenwasser, einem Solarpanel zum Betreiben der Pumpe und einem Pflanzplan für Gemüse und Kräuter. Vogelhäuschen, Insektenhotels und weitere geplante Ansaatflächen zeigen: Hier tut sich etwas für die biologische Vielfalt.

Hintergrund zum Projekt „NaturVielfalt Leben im Landkreis München“

Das Projekt „NaturVielfalt Leben im Landkreis München“ hat zum Ziel, die biologische Vielfalt im Landkreis zu fördern und für zukünftige Generationen zu erhalten. Dabei werden einerseits aktiv Maßnahmen für den Erhalt und die Förderung vieler nützlicher Insekten wie Schmetterlinge und Wildbienen ergriffen, andererseits sollen über Beratungs- und Bildungsangebote möglichst viele Menschen im Landkreis für die Natur begeistert und zum Mitmachen angeregt werden. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt, zu den teilnehmenden Schulen sowie den Preisträgerinnen des Schulwettbewerbs gibt es auf dem Instagram-Kanal des Projekts (@naturvielfalt_leben) und der Website des Landkreises unter www.landkreis-muenchen.de/naturvielfaltleben.