Wo das Moos noch Moor ist
+++ Externe Mitteilung des Vereins Dachauer Moos e.V. +++
Auf „Expedition Moos" – der Spurensuche nach dem verschwundenen Moor
Das Dachauer Moos endet nicht an Gemeindegrenzen. So begrüßte der Verein Dach-auer Moos e.V. zwanzig Moorinteressierte aus Ober- und Unterschleißheim, Haimhau-sen und Feldmoching zur „Expedition Moos" im Inhauser Moos.
Zum Auftakt erläuterten der Klimaberater vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft (AELF) und Forsten Tilo Scholze sowie die Moorfachkräften der Landkreise FFB, DAH und M anhand der Ausstellung des AELF „Licht ins Moos“ Grundlagen und Geschichte der Moorentstehung: „Kaum zu glauben, dass man dort, wo heute dieses Gebäude steht, vor gerade einmal 150 Jahren noch in ein nasses Niedermoor eingesunken ist", erzählte Vereinsgeschäftsführer Robert Rossa. Eine Zahl sorgte für Erstaunen: „Die Freisetzung von Treibhausgasen aus Deutschlands entwässerten Mooren ist fast doppelt so hoch wie der gesamte deutsche Flugverkehr."
Anschließend brach die Gruppe mit Sondierwerkzeug in das Inhauser Moos auf. Auf dem Weg gab es einiges zu erzählen: Ab etwa 1800 wurde hier und im übrigen Moos entwässert, der Torf flächendeckend abgebaut und zum Heizen der Sudkessel der Brauereien verwendet. Denn München und sein Umland waren schon damals eine boomende, hungrige Region. Heute kennt man auch die Kehrseite: Jeder Hektar entwässertes Moor stößt jährlich bis zu 40 Tonnen Treibhausgase aus. Hebt man den Grundwasserspiegel wieder an, spart man diese nicht nur ein, man speichert das Wasser auch in der Landschaft und trägt so aktiv zum Hochwasserschutz und zur Klimaregulation in der Landschaft bei, schafft wertvolle Lebensräume und erhöht die Artenvielfalt. Höhepunkt war der Einschlag der Bohrstöcke durch Andreas Fuchs, Moormanager der Landkreise D und FFB. Am Bohrprofil ließ sich die Problematik ablesen: Der obere halbe Meter war trocken, krümelig und schwarz, denn der vererdete Torf kommt mit Luft in Berührung, wird von Mikroorganismen zersetzt und der im Torf gespeicherte Kohlenstoff entweicht als Treibhausgas. Der untere Meter dagegen war nass und braun. Darin ließen sich noch Schilf- und Baumreste erkennen, die seit mehreren tausend Jahren im Grundwasser konserviert waren.
Das Moorteam betonte abschließend: Eine einfache Antwort, wie es hier und im Dach-auer Moos konkret weitergeht, gibt es nicht. Wie die Beispiele in anderen Niedermoo-ren Bayerns zeigen, ist der Moorbodenschutz ein langwieriger Prozess, der nur dann Erfolg verspricht, wenn alle Akteure gemeinsam auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Ein erster Schritt aber ist, sich bewusst zu machen, was hier auf dem Spiel steht – dazu hat die Expedition beigetragen.
Wer mehr erfahren möchte: Am 21. September 2026 um 19 Uhr spricht Prof. Dr. Matthias Drösler (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf), einer der bekanntesten Moorforscher Deutschlands, im Bürgerzentrum Oberschleißheim zum Thema „Nässer ist besser – Ökosystemfunktionen von Mooren und ihr Beitrag zum natürlichen Klimaschutz". Organisiert wird der Abend von Christa Zeitlmann, Moormanagerin des Land-kreises München.

