Radschnellverbindungen

Damit das Fahrrad eine attraktive Alternative zu anderen Verkehrsmitteln darstellt, bedarf es einer gut ausgebauten Radverkehrsinfrastruktur. Einen diesbezüglich besonders hohen Qualitätsanspruch haben Radschnellwege. Hierbei handelt es sich um Strecken, die unter anderem durch eine komfortable Breite sowie getrennte Wege für Fußgänger gekennzeichnet sind. Mittels baulicher Mindeststandards sowie weiterer Maßnahmen wie Vorfahrtsrechten an Ampeln sollen hohe Fahrgeschwindigkeiten für Radfahrer ermöglicht werden.

Im Jahr 2015 hat der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München eine Potenzialanalyse für Radschnellverbindungen in München und Umgebung vorgelegt. Im Rahmen der Analyse wurden 14 Korridore identifiziert, die radial auf die Landeshauptstadt München ausgerichtet und zwischen 11 und 25 km lang sind. Auf Basis der Ergebnisse wurde vom Kreistag beschlossen, dass zunächst der Korridor 3/3a ab der Münchner Stadtgrenze bis zum Hochschulcampus in Garching sowie ein davon abzweigenden Teilkorridor zwischen München-Neuherberg und Unterschleißheim als Pilotkorridor im Rahmen einer Machbarkeitsstudie vertieft untersucht wird.

Pilotkorridor von München nach Garching und Unterschleißheim

Seit Anfang 2016 untersuchte der Planungsverband gemeinsam mit dem Aachener Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen im Auftrag des Ausschusses für Mobilität und Infrastruktur des Landkreises München in einer Machbarkeitsstudie den beschriebenen Pilotkorridor. Ziel der Studie war es, einen Vorschlag für einen möglichen Streckenverlauf nach Garching bzw. Unterschleißheim zu erarbeiten und einen allgemeinen Standard für Radschnellverbindungen in der Region München zu entwickeln.

In einem weiteren wichtigen Arbeitsschritt hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Ideen, Anregungen und Wünsche in den Planungsprozess einzubringen. Dazu fanden zwei offene Bürgerwerkstätten in Unterschleißheim und Garching statt. Dort hatten Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, auf Basis der Ergebnisse der Voruntersuchung, miteinander zu diskutieren und die bislang erarbeiteten Szenarien weiterzuentwickeln.

Insbesondere von der Studentenschaft der TU wurde eine direkte Verbindung nach Garching gewünscht. Diesem Wunsch kam der Ausschuss für Mobilität und Klimaschutz insoweit nach, als er beschloss, den in der Potentialanalyse als ebenfalls machbar beurteilten Korridor 4, in die weitere vertiefte Planung mitaufzunehmen.

Mittlerweile sind die Planungsleistungen für einen ersten Planungs- und Bauabschnitt entlang der Bundesstraße 13 zwischen der Landeshauptstadt München und Garching-Hochbrück vergeben worden.

Die Vorstellung der Ergebnisse der Untersuchung des durch die Landeshauptstadt München verlaufenden Abschnittes ist für 2019 geplant.

Weitere Routen im Landkreis geplant

Doch auch bei diesen Routen soll es nicht bleiben. Die Ausschussmitglieder sprachen sich zudem dafür aus, zusammen mit der LHM und den betroffenen angrenzenden Landkreisen eine Machbarkeitsuntersuchung für drei weitere Korridore auszuschreiben. Im Gegensatz zum Pilotkorridor, der von der Innenstadt Münchens nach Garching und Unterschleißheim führt und der vom Landkreis und der Stadt München jeweils in eigenen Gutachten untersucht wurde, kooperieren die Gebietskörperschaften bei den weiteren Untersuchungen direkt miteinander.

Die Landkreise Dachau und die Stadt München haben sich von Beginn an zu einer gemeinsamen Ausschreibung bekannt. So hat der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur des Landkreises München in seiner Sitzung am 24.04.2017 beschlossen, gemeinsam mit der LHM Gutachten für die Korridore 6 (Kirchheim), 9 (Oberhaching) und 11/11a (Planegg) auszuschreiben, da diese laut der Untersuchung des Planungsverbands München zu Radschnellverbindungen in der Region München hohe Potenziale aufweisen. Diese wurden von der Landeshauptstadt zusammen mit den Korridoren 1 (Dachau) sowie 13 (Fürstenfeldbruck) sowie einer tangentiale Verbindung innerhalb der Landeshauptstadt ausgeschrieben und inzwischen vergeben.

Zudem beauftragten die Kreisräte die Verwaltung, ein landkreisweites Konzept für tangentiale schnelle Radwege zu erstellen, das mittlerweile vorliegt.

Nach ersten Untersuchungen haben die beauftragten Gutachterbüros inzwischen erste Beteiligungsveranstaltungen sowohl für Politik und Verwaltung, als auch für die Bürgerschaft abgehalten, um Anregungen derjenigen zu erhalten, die sich vor Ort am besten auskennen und deren Bedürfnisse, Ideen und Wünsche im weiteren Untersuchungs- und Planungsverlauf mit einbezogen werden sollen. Die Ergebnisdokumentation der drei Öffentlichkeitsveranstaltungen in den Gemeinden Kirchheim, Oberhaching und Planegg können Sie nachfolgend einsehen.