Gesundheitsgefahren durch Zeckenstiche

Bayern ist fast flächendeckend als FSME-Risikogebiet eingestuft. Auch der Landkreis München zählt dazu.
Zecken gehören zu den blutsaugenden Parasiten, die durch ihren Stich verschiedene Krankheitserreger übertragen können.

Zecken sind ab 5 °C ganzjährig aktiv. Es gibt sie überall wo es Pflanzen gibt – auch in der Stadt. Zu den wichtigsten durch Zecken übertragbaren Erkrankungen zählen in Europa die Lyme-Borreliose sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Lyme-Borreliose

Borrelien sind Bakterien, die zu Erkrankungen der Gelenke, der Haut und des Nervensystems führen können. Ein typisches Zeichen für eine Infektion mit Borrelien nach einem Zeckenstich ist die sog. „Wanderröte“ (Erythema migrans). Sie ist durch eine ringförmige und sich ausbreitende Rötung rund um den Zeckenstich gekennzeichnet. Begleitend können grippeähnliche Beschwerden auftreten. Borrelien kommen deutschlandweit vor, wobei nicht jede Zecke mit den Erregern infiziert ist und nicht jede infizierte Zecke den Erreger bei einem Stich überträgt. Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika führt in der Regel zu einer raschen und vollständigen Genesung. Sie kann schwere Krankheitsverläufe verhindern. Eine Impfung gegen Lyme-Borreliose existiert nicht.

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die Verbreitung des FSME-Virus in Deutschland begrenzt sich auf bestimmte Risikogebiete, wobei in Bayern aktuell 94 der 96 bayerischen Landkreise durch das Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiete deklariert sind.
Der Landkreis München zählt ebenfalls dazu.

Hierzu finden Sie eine Übersicht der Risikogebiete des FSME-Virus in Deutschland, welche vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht wurde.

Auch in Bezug auf die FSME führt nicht jeder Zeckenstich zu einer Übertragung bzw. einer Erkrankung. Bei erfolgter Infektion kann sich jedoch nach einer zunächst grippeähnlichen Krankheitsphase eine Hirnhautentzündung (Meningitis), eine Hirnentzündung (Enzephalitis) oder Rückenmarksentzündung (Myelitis) mit jeweils eventuellen Spätfolgen entwickeln. Eine Behandlung der Krankheitsursache ist nicht möglich, es können lediglich die Krankheitsbeschwerden durch therapeutische Maßnahmen beeinflusst werden. Die FSME-Impfung bietet einen guten und sicheren Schutz vor einer FSME-Erkrankung.

Allgemeiner Schutz vor Zeckenstichen

Vermeidung von Zeckenstichen

  • Schutz in der freien Natur durch geschlossene und helle Kleidung (lange Hosen, langärmlige Oberteile, Strümpfe sowie festes Schuhwerk). Auf festen Wegen bleiben, die Zecken sitzen im Gras, Gebüsch oder Unterholz.
  • Keine Wildtiere berühren.
  • Zeckenabweisende Mittel (Repellentien) bieten ergänzenden, aber kurzzeitigen Schutz.
  • Nach einem Aufenthalt im Freien und möglichem Kontakt mit Zecken sollten Körper und Kleidung sorgfältig abgesucht werden.

Frühzeitige Entfernung von Zeckenstichen

Sofern eine Zecke gefunden wird, sollte diese umgehend und korrekt entfernt werden. Borellien werden erst mehrere Stunden nach dem Stich übertragen. Je früher eine Zecke entfernt wird, umso besser. Wichtig ist es hierbei, den Körper des Blutsaugers nicht zu quetschen, da sonst möglicherweise Erreger aus der Zecke in die Wunde gedrückt werden. Auch das Auftragen von Öl oder Klebstoff ist nicht zu empfehlen. Zur Entfernung fasst man die Zecke am besten mit einer stabilen spitzen Pinzette möglichst dicht über der Haut und zieht sie langsam heraus. Das einfache Herausdrehen der Zecke führt häufig zum Abreißen des Stechrüssels, das sollten Sie daher vermeiden. Auch andere Werkzeuge wie Zeckenkarten oder Zeckenschlingen können Sie nach Angabe des Herstellers zur Entfernung einsetzen. Desinfizieren Sie anschließend die Einstichstelle und beobachten Sie sie für die nächsten Wochen auf Hautveränderungen. Sollten Sie Zweifel haben oder tritt die bei der bei der Lyme-Borreliose beschriebene Wanderröte auf, konsultieren Sie Ihren Arzt.

Gezielter Schutz gegen FSME durch Impfung

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die FSME- Impfung für Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen und sich viel in der Natur aufhalten (in Bayern besteht eine allgemein öffentliche Empfehlung ohne geographische Einschränkung). Ebenso sollten sich Reisende in Gebiete mit einem besonderen FSME-Risiko impfen lassen, sofern ein Kontakt zu Zecken wahrscheinlich ist. Kinder können ab ihrem ersten Geburtstag geimpft werden.

Informationen für Kinder zum Thema Zecken

  • Was sind Zecken?
  • Was passiert bei einem Zeckenstich?
  • Was soll ich nach einem Stich tun?
  • Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Das Video "Zecken - Ich bin geschützt. Du auch?" wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege konzipiert und beantwortet wichtige Fragen zum Schutz vor Zeckenstiche. Das Video ist geeignet für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren.